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Negativpreis für sächsische AfD

Weil sie Journalisten bei der Arbeit behindert, rügt die Landespressekonferenz die Partei mit seinem Negativpreis. Auch die Polizei wird kritisiert.

© dpa/Alexander Prautzsch

Dresden. Der Vorstand des sächsischen Landesverbandes der AfD ist von der Landespressekonferenz mit dem Negativpreis "Tonstörung" gerügt worden. Der Verein landespolitischer Journalisten kritisierte am Mittwoch die wiederholten Versuche der Partei, Berichterstattung über Mitglieder, Funktionäre oder innerparteiliche Vorgänge zu erschweren oder zu verhindern.

Dazu bediene sich die AfD immer wieder "des Mittels des Ausschlusses einzelner Pressevertreter oder Medienhäuser, etwa von grundsätzlich öffentlichen Parteiveranstaltungen." Den Preisträger hatte eine Jury aus mehreren Vorschlägen ausgewählt - und sich einstimmig für die AfD entschieden.

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Die Landespressekonferenz übte auch Kritik an der Pressestelle der Chemnitzer Polizei. Deren Auskunftsfähigkeit ließ in den Wochen nach dem Tötungsverbrechen an einem Chemnitzer im August 2018 zu wünschen übrig, so die Landespressekonferenz. Das habe die Verifizierung von Geschehnissen etwa am Rande von Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt erschwert. 

Im Jahr 2017 - im vergangenen Jahr wurde der Preis nicht verliehen - ging die "Tonstörung" an die Staatsanwaltschaft Leipzig. Der Verband kritisierte damals das Agieren der Behörde im Fall des Buttersäure-Anschlags auf die Wohnung von Justizminister Gemkow im November 2015. (dpa)