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Top-Anlagen, aber wenig Nachwuchs

Das Angebot an Sportstätten ist ganz gut. Die Vereine sorgen sich eher um den Nachwuchs.

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Von Carsten Gäbel

Harthas Bürgermeister Gerald Herbst (CDU) weiß, dass seine Stadt in punkto Sportanlagen noch hier und da Nachholbedarf hat. Allein für eine schnelle Abhilfe fehlt das Geld. „Der Zustand der Aschenbahn auf dem Sportplatz Wiesenstraße ist nicht so gut. Aber die Millionen dafür haben wir jetzt nicht“, sagt der Bürgermeister. Dafür steht mit der HarthArena eine moderne Halle mit drei Spielfeldern in der Stadt. In Waldheim wird gerade die Turnhalle der Mittelschule gebaut. In Döbeln ist die Auswahl an Sportstätten vom WelWel über die Halle an der Burgstraße bis zum Stadtbad sehr groß. Auch andernorts in der Region haben Freizeitsportler wenig zu meckern über den Zustand der Sportanlagen. Entsprechend zufrieden sind die Menschen im Altkreis mit der Möglichkeit, Sport zu treiben.

Die vergebenen Noten liegen allesamt im Zweierbereich und nah beieinander zwischen 1,9 und 2,4. Die Städterangfolge bei dieser Frage ist eine Trendaussage und kann wegen der sehr eng beieinander liegenden Noten nur begrenzt verallgemeinert werden. Das heißt, Döbeln bietet wahrscheinlich die besten Möglichkeiten, Sport zu treiben, Roßwein und Hartha haben tendenziell die schlechtesten unter dieser Auswahl an Städten. Statistisch gesichert ist jedoch nur, dass die Döbelner in Sachen Sport besser dran sind als die Harthaer.

„Über den Zustand der Sporthallen in Döbeln oder ihrer sanitären Anlagen kann ich mich nicht beschweren“, sagt Lothar Becke von der Wohnsportgemeinschaft Döbeln Nord. Wenn es darum gehe, für seinen Verein kurzfristig eine Halle für eine einmalige Veranstaltung zu organisieren, zahle es sich aus, die Verantwortlichen zu kennen. „Dann lässt sich manches mit einem Anruf klären“, sagt Becke.

Auch Steffen Richter, Jugendwart beim VfB Leisnig, hält die Sportstätten der Stadt für sehr gut. „Nur die sanitären Anlagen der Saxonia-Halle lassen zu wünschen übrig“, so Richter. Maritta Brauer, die die Allgemeine Sportgruppe des Roßweiner Sportvereins leitet, ist mit den ihrem Verein zur Verfügung stehenden Anlagen zufrieden. Allein dass die Halle an der Stadtbadstraße zu kalt ist, störe.

Sorgen bereitet in einigen Städten die Schwierigkeit, an Nachmittagen und Abenden freie Hallenplätze zu erhalten. Der für die Sportstättennutzung zuständige Mitarbeiter im Döbelner Rathaus Michael Thürer bezeichnet die Sportanlagen als zu 90 Prozent ausgelastet. Die Halle an der Burgstraße beispielsweise betreten und verlassen an manchen Wochentagen aufgrund der Belegung durch Schulklassen bis zu 1000 Leute. Die Waldheimer Dezernentin der Hauptverwaltung Elke Vorberger bemerkt, es sei unmöglich, bei der Verteilung der Hallennutzungszeiten jedermann „restlos glücklich“ zu machen. „Die HarthArena ist jeden Abend ausgelastet. Da reinzukommen ist nicht so leicht“, sagt Manfred Anker, Trainer beim LSV 99 Hartha. Mit einer Freizeitsportgruppe, die nicht als Verein organisiert sei, weiche er daher in eine Halle in Waldheim aus.

Zu wenige Kinder treiben Sport

Maritta Brauer hat andere Sorgen: „Bei uns ist das Sportangebot da. Aber die Leute fehlen“, bemängelt sie. Ungefähr 500 Mitglieder hat der Verein. Die Sportgruppe für die Älteren ist die einzige, die im letzten Jahr gewachsen ist. Jörg Dathe vom Döbelner SV „Vorwärts“ ist enttäuscht vom Mangel an Nachwuchs. Nach einem gemeinsamen Sportfest mit allen Döbelner Kindergärten hatte der Verein 160 Handzettel verteilt in der Hoffnung, einen Zustrom an Kindern für das neue montägliche Freizeitsportangebot für Unter-Siebenjährige in der Halle an der Burgstraße zu bekommen. Acht Kinder haben sich gemeldet, was die beiden jungen Männer, die beim Verein ihr Soziales Jahr ableisten und die für dieses Sportangebot zuständig sind, kräftig unterfordert.

VfB Leisnigs Jugendwart Steffen Richter erklärt, welchen Aufwand die Nachwuchsbindung verursacht. „Wir holen die Kinder aus dem Hort ab, darunter auch aus Orten wie Hartha und Großweitzschen, bringen sie zu uns zum Training und fahren sie manchmal auch wieder zurück.“