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Torte und große Worte

Der Verkehrsverbund verteilt zum Geburtstag 20 000 Schokokuchen. Auch virtuell gibt es bald ein Geschenk.

© Christian Schlemper

Dresden. Staunende Blicke am späteren Freitagvormittag in der Kuppelhalle des Dresdner Hauptbahnhofes. Aus Anlass des seit 20 Jahren gültigen Einheitstarifs bedanken sich die Mitgliedsunternehmen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) bei den Fahrgästen. Eine überdimensionale Geburtstagstorte wird angeschnitten und 1 000 Stücke von Mitarbeitern der Unternehmen und des VVO verteilt. Zudem überraschen die Partner die Fahrgäste bis zum 4. Juli an 14 Knotenpunkten im ganzen Verbund mit 20 000 Schokokuchen. Die Aktion findet in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit statt.

VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen erinnerte vor dem Torten-Anschnitt daran, welche Mühen Bus- und Bahnnutzer bis 1998 im Gebiet zwischen Schöna und Strehla noch auf sich nehmen mussten. Die Verhältnisse von damals sind heute kaum mehr vorstellbar. Wer von der S-Bahn in die Straßenbahn umsteigen wollte, benötigte ein neues Ticket. Busfahren in Meißen und Dresden mit einer einheitlichen Fahrkarte? Nicht möglich.

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Der übergreifende Tarif des VVO änderte dies nachhaltig, auch wenn es immer wieder Diskussionen um die Grenzen der Tarifzonen gibt. So fühlen sich etwa viele Bewohner von Radebeul-Ost dadurch benachteiligt, dass sie bei Fahrten in die Landeshauptstadt zwei Zonen zahlen müssen. Eine Grenzraumregel, die allerdings kaum bekannt ist, mildert dies teilweise ab.

Insgesamt sprach der VVO-Zweckverbandsvorsitzende und Bautzner Landrat Michael Harig (CDU) von sehr erfolgreichen zwei Jahrzehnten. Im Rahmen des Infrastrukturprogramms habe der Verbund in den vergangenen 20 Jahren gemeinsam mit den Kommunen und dem Freistaat Sachsen rund 90 Millionen Euro in Übergangsstellen, Bahnsteige, Busbahnhöfe und barrierefreie Haltestellen investiert. Die Zahl der vom VVO finanzierten Zugkilometer stieg von 8,5 Millionen im Jahr 1998 auf 9,6 Millionen im Jahr 2018. Auch die Fahrgastzahlen nahmen deutlich zu: Nutzten 1998 noch 181 Millionen Fahrgäste Busse und Bahnen im VVO, waren es 2017 über 216 Millionen.

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Doch der Oberelbe-Verbund möchte sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. Sowohl beim Ausbau des S-Bahn- und Busnetzes als auch im Internet sind Offensiven angedacht. Geschäftsführer Burkhard Ehlen kündigte an, das VVO-Angebot bei der App Handyticket Deutschland im Juni erweitern zu wollen. So soll dort die Verbindungsauskunft eingebunden werden. Ab dem Sommer möchte der VVO über die App zudem das Sachsen-Ticket in das Angebot integrieren.