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Total-Tankstelle wird grau

Die Tanke bekommt einen neuen Außenanstrich. Die Waschanlage wurde bereits modernisiert.

© Andreas Weihs

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia und Manfred Müller

Thiendorf. Seit Montag ist die Total-Tankstelle in Thiendorf geschlossen. Es gibt weder Benzin, noch kann man die Waschanlage nutzen. Mit Bauzäunen ist das Gelände an der Autobahnabfahrt abgesperrt. Bis Donnerstag wird die Außenfassade des Gebäudes erneuert, heißt es bei Total auf Anfrage.

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Die Plakette verliert ihre Gültigkeit.
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Der französische Mutterkonzern geht in der Außendarstellung seit einiger Zeit von Rot auf Grau bzw. Grün. Das „aggressive“ Lotusrot aus dem Total-Logo soll reduziert werden auf einen Balken an der Dachblende. Die Idee mit dem neuen Design stammt auch aus Frankreich. Dort genehmigten immer mehr Ortsvorsteher den Bau einer neuen Tankstelle nur, wenn die sich optisch ins Stadtbild einfüge.

Schrittweise wird die Umstellung auf das neue Tankstellendesign nun in ganz Deutschland umgesetzt. Auch Recyclingmaterial findet an der neuen Fassade Verwendung. Mehr als 1 200 Einrichtungen betreiben die Franzosen hier. Zwei Firmen sind nun auch in Thiendorf mit dem neuen Outfit beauftragt: die KDH Werbetechnik aus Wunstorf und eine Elektrofirma. „Die Beleuchtung wird auf LED umgestellt, auch die Preissäule ist bald kein Laufband mehr, sondern eine energiesparende LED-Anzeige“, sagt eine Sprecherin. Die Tanksäulen erhalten einen Bewegungsmelder. Sobald ein Fahrzeug in den Abendstunden an die Säule fährt, leuchten zusätzliche LED-Lampen auf. Innen wurde der Shop grundgereinigt, aber nicht verändert.

Softere, ökologische Waschanlage

Vor dem neuen Design für die Außenanlagen war bereits vor zwei Wochen die Waschanlage modernisiert worden. Neue Bürstenköpfe und Schwämme sorgen nun für sanftere Waschgänge. Außerdem gibt es ein ausgeklügeltes System zur Wasserrückgewinnung. So kommt jetzt eine Autowäsche mit nur 25 bis 30 Liter Frischwasser aus. Ohne die Aufbereitung waren es 165 Liter. Total setzt damit auf Nachhaltigkeit.

Die Umsetzung des neuen Tankstellen-Designs begann 2013. T-Air nennt es sich – als Verbindung von Erde (Terre) und Luft (air). Das neue Erscheinungsbild setzt auf Terrakotta-Farben, ein transparentes neue Tankdach, Außen-Sitzgelegenheiten mit Pergola vor dem Shop und reduzierte Werbeflächen. Thiendorf an der Autobahn gehört darüber hinaus zu den Lkw-freundlichen Tank-Stationen.

Einen Nachteil hat die Modernisierung allerdings: Die Schwalbennester mussten weg. Bisher brüteten seit Jahrzehnten Mehlschwalben unter der Zapfsäulen-Überdachung. Die Tiere hatten die Verankerung der Überwachungskameras als Basis für ihre Nester auserkoren, und der Tankstellenbetrieb störte sie nicht im Mindesten. „Wahrscheinlich lag es daran, dass das Gelände nachts beleuchtet ist und viele Insekten anzieht“, vermutete Pächter Frank Götze. „Dadurch fanden sie genügend Nahrung für ihre Jungen.“ Götze hat oft beobachtet, wie seine Kunden fasziniert nach oben starren, während der Treibstoff in den Tank strömt. Bis zu 15 Nester hat der Tankstellenpächter schon gezählt. Frank Götze war im Raum Großenhain deshalb der zweite Schwalbenfreund, der seine Wirkungsstätte seit Ende 2016 mit der Naturschutz-Plakette schmücken durfte. Die sachsenweit Erste wurde davor im Juni dem Linzer Wolfgang Klauka verliehen.