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60 Millionen Euro für Leuna

Am Chemiestandort Leuna nehmen zwei Unternehmen eine Menge Geld in die Hand. Total und Domo Caproleuna stecken es zum beiderseitigen Nutzen in ein gemeinschaftliches Projekt.

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© dpa

Leuna. Mit einer Investition von insgesamt 60 Millionen Euro verstärken die Total-Raffiniere und das Unternehmen Domo Caproleuna ihre Zusammenarbeit am Standort Leuna. Total will zukünftig jedes Jahr 70 000 Tonnen Benzol direkt über Rohrleitungen an Domo Caproleuna liefern, wie die Geschäftsführer Willi Frantz und Luc De Raedt mitteilten. Im Herbst kommenden Jahres sollen die entsprechenden Anlagen in Betrieb genommen werden.

Benzol dient als chemischer Grundstoff bei der Herstellung von Kunststofffolien und Spritzgussteilen für den Automobilbau. Caproleuna verarbeitet in Leuna jährlich rund 180 000 Tonnen Benzol. Diese wurden bisher mit Kesselwagen transportiert.

„Mit der Weiterentwicklung reagieren wir auch auf die langfristig sinkende Nachfrage nach Otto-Kraftstoffen in Europa“, sagte Frantz. De Raedt erklärte, sein Unternehmen setze auf eine verbesserte Versorgung mit Rohstoffen. Zudem könne nachhaltiger gewirtschaftet werden, wenn Transporte mit Kesselwagen teilweise verzichtbar würden.

Das von Total angelieferte Benzolkonzentrat mit einer 50-prozentigen Sättigung wird den Angaben zufolge weiter extrahiert und die verbleibenden Reststoffe an die Raffinerie zurückgegeben, wo sie in den weiteren Produktionsprozess eingehen. Der Liefervertrag sei langfristig angelegt und werde voraussichtlich über zehn Jahre gelten, hieß es. Leuna ist neben dem PCK Schwedt in Brandenburg eine der beiden größten Raffinerien in Ostdeutschland. (dpa)