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Toter Hund aus der Elbe wird obduziert

Eine Untersuchung soll jetzt Klarheit bringen. Lässt sich zum Täter oder Besitzer eine Spur finden?

© privat

Von Heike Sabel

Heidenau. Unfassbar. Ekelhaft. Respektlos. Traurig. Der tote Hund im Rucksack empört viele SZ-Leser. Der Dohnaer Matthias Rückstadt fand das Tier Freitagfrüh an der Elbe. Auch er war geschockt. Wie geht es mit dem Tier weiter, welche Chancen gibt es, den Besitzer zu finden, was können Tierfreunde tun? Eine, die sich mit toten Tieren, speziell Hunden, beschäftigt ist die Lohmenerin Ellen Jacob vom bundesweiten Verein Tote Hunde. Eigentlich wird sie in solchen Fällen gerufen. Doch diesmal erfuhr sie es über die Facebook-Seite der Sächsischen Zeitung Pirna und bot der Stadt Heidenau Hilfe an. Die war der erste Ansprechpartner, da der Hund in Heidenau gefunden wurde.

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Einige Fragen bleiben

Wo befindet sich der tote Hund jetzt?

Zunächst hat der Heidenauer Bauhof den Hund am Freitag mitgenommen und ordnungsgemäß gelagert. Danach wurde der Hund der Wasserschutzpolizei übergeben. Die hat schließlich die Landesuntersuchungsanstalt eingeschaltet, da es sich um den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz handelt. Das bestätigen die Polizei und die Stadt Heidenau.

Was passiert nun mit dem Tier?

Der Hund wird seziert. So soll geklärt werden, ob er eines natürlichen Todes starb oder nicht. Mit einem Ergebnis ist in etwa zwei Wochen zu rechnen. Starb das Tier keines natürlichen Todes, wird es schwer, einen Täter zu finden. Der Hund habe laut Tierschutzverein Pirna nämlich weder einen Chip noch ist er tätowiert oder es gibt andere Hinweise auf den Besitzer, sagt Ellen Jacob. Außer den Rucksack. Es läuft in jedem Fall auf eine Anzeige hinaus, denn auch den normal gestorbenen Hund so zu entsorgen, ist nicht rechtens. Ellen Jacob ist überzeugt, die Zeit oder der Zufall führen zu einer Lösung sprich einem Täter. „Wenn ein Tierquäler unterwegs ist, wird es über kurz oder lang den nächsten Fall und irgendwann eine Spur geben.“ Es könnte aber auch wirklich eine missglückte Bestattung sein, sagt Ellen Jacob. „Vielleicht von älteren Menschen aus Unwissenheit oder Hilflosigkeit vorgenommen.“ Dass sich in dem Rucksack Steine befanden, sei jedoch ein Indiz, dass der Hund verschwinden sollte. Ein solcher krasser Fall ist ihr bisher aus der Region nicht bekannt – außer dem verbrannten Welpen aus Meißen.

Was hat das mit dem Chip auf sich?
Der Chip ist eine Möglichkeit, einen Hund oder auch ein anderes Tier zu kennzeichnen. Der Chip wird vom Tierarzt implantiert. Das kostet mit Chip um die 25 Euro. Der Chip ist jedoch nur der erste Schritt. Wenn man den Chip nicht registrieren lässt, ist der Hund bzw. das Tier im Notfall auch nicht zu finden, sagt Ellen Jacob. Es gibt verschiedene Internetportale, auf denen man die Nummer des Chips registrieren lassen kann, eines ist www.tasso.net. Hier können auch entlaufene Tiere gemeldet werden. Ellen Jacob ist eine ehrenamtliche Helferin des Tote Hunde-Vereines, die ein Lesegerät für diese Chips hat.

Welche Alternativen gibt es, tote Tiere zu beerdigen?

Einige, sagt Ellen Jacob. Vom Tierbestatter über Tierfriedhöfe bis zu Tierkörperbeseitigungsanstalten. Auch auf eigenem Grund und Boden dürfen Tiere bestattet werden. Vorausgesetzt, die Fläche befindet sich nicht in einer Trinkwasserschutzzone und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Straßen und Wege. Kadaver von kleinen Tieren dürfen in den Hausmüll, sie sollten aber nicht krank gewesen sein. Weil die Größe dafür nicht gesetzlich definiert ist, geht man sicher, wenn man das Tier ordentlich beerdigt oder entsorgt.

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