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Meißen

Winzer und Touristiker hoffen auf Sommergäste

In den Ferien zieht es nicht nur mehr deutsche Urlauber in die Sächsische Schweiz oder in das Seenland, auch die Weinbauregion ist gefragt.

Nicht nur das Weingut Schloss Wackerbarth bietet unter anderem Weinbergswanderungen, Führungen und Verkostungen an. Viele Winzer im Elbland hoffen auf zahlreiche Gäste, um die Verluste in der Corona-Krise zumindest teilweise aufzufangen.
Nicht nur das Weingut Schloss Wackerbarth bietet unter anderem Weinbergswanderungen, Führungen und Verkostungen an. Viele Winzer im Elbland hoffen auf zahlreiche Gäste, um die Verluste in der Corona-Krise zumindest teilweise aufzufangen. © Archiv/Peter Redlich

Elbland. "Viele Deutsche verbringen ihren Urlaub in diesem Jahr nicht im Ausland, sondern erkunden die Schönheit des eigenen Landes", sagte Sprecher Martin Junge von Schloss Wackerbarth. Davon profitierten nicht nur die Ostsee und die Berge, sondern auch das Weinanbaugebiet um Radebeul und Meißen. Das biete die Chance, neue Stammgäste zu gewinnen.

In den vergangenen Wochen seien viele Reisende aus anderen Bundesländern gekommen - seit Anfang Juni etwa zählte Wackerbarth rund 15.000 Gäste. Das Weingut bietet unter anderem Weinbergswanderungen, Führungen und Verkostungen an.

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Weil mehr Leute in Zeiten von Corona mit Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs sind, hat das Staatsweingut einen Teil seines Parkplatzes an der Meißner Straße umgewidmet und stellt ab Ende Juli vorübergehend 20 neue Stellflächen bereit. 

Die Corona-Krise habe das Erlebnisweingut stark getroffen, so Junge. Normalerweise kommen jedes Jahr rund 190.000 Gäste. Von März bis Juni büßte Wackerbarth etwa 25 Prozent der Umsätze im Eventbereich ein - Hunderte Veranstaltungen wurden storniert oder verschoben. 

Nach jüngsten Zahlen vom Mai verbuchte das sächsische Elbland knapp 47.500 Übernachtungen - ein Minus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zahlreiche Betriebe hatten Anfang Mai allerdings noch geschlossen. Für den Sommer sei das Elbland gut gebucht, so Sindy Vogel, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbland Dresden. 

In Corona-Zeiten seien vor allem Ferienwohnungen sowie Camping und Caravaning gefragt. Das könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass über Monate so gut wie kein Tourismus stattgefunden habe, so Vogel. "Somit sehe ich es kritisch, ob wir jetzt diese Monate aufholen können." 

Alexandra Prinzessin zur Lippe vom Weingut Schloss Proschwitz bei Meißen verbucht seit einigen Wochen mehr Besucher aus den alten Bundesländern, die in Corona-Zeiten Urlaub in Deutschland machen. "Da tut sich etwas." Erstmals gibt es in diesem Jahr eine Straußwirtschaft am Proschwitzer Weinberg mit Blick auf Meißen. "Das wird gut angenommen", so Prinzessin zur Lippe. 

Zudem gibt es in dieser Saison mehr Camper, die mit ihrem Wohnmobil am Weinberg für eine Nacht ihr Lager aufschlagen. Das Weingut prüft daher, ob man temporär für diesen Sommer zehn Stellplätze einrichten kann. 

Ausgeglichen werden können die Verluste aber dennoch nicht, das Veranstaltungsgeschäft ist in der Corona-Krise nahezu komplett eingebrochen. "Das meiste ist abgesagt oder auf das nächste Jahr verschoben. Das hat uns hart getroffen", so Prinzessin zur Lippe. 

Das Musik-Picknick am 9. August soll es hingegen geben, ebenso Rundfahrten und Führungen zum Tag des offenen Weingutes. Das traditionelle Herbst- und Weinfest in der Region soll in diesem Jahr dezentral mit vielen kleinen Veranstaltungen organisiert werden. "Da überlegen wir gerade, in welcher Form wir uns beteiligen." 

Um mehr Gäste in Sachsens Weinbauregion zu locken, gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal den "Sommer der offenen Weingüter". Bis Ende Oktober sind mehr als 100 kleinere Veranstaltungen in den Weingütern, Besenwirtschaften und Höfen geplant, darunter Entdeckertouren für Familien und Yoga-Weinbergswanderungen. Normalerweise feiern die Winzer an einem Sommerwochenende den Tag des offenen Weingutes. 

Dass mehr Gäste aus anderen Regionen Deutschlands kommen, bestätigt auch der Radebeuler Winzer Friedrich Aust. "Viele kommen zum ersten Mal und zeigen sich erstaunt, wie schön es hier ist."

Für Besucher hat er seine Gartenterrasse mit Blick auf den Radebeuler Weinberg Goldener Wagen sowie einen kleinen Weinausschank geöffnet. Die kleine Gaststube, in der sich Abstandsregeln nur schwer umsetzen lassen, bleibt hingegen geschlossen. Derzeit sei man in einer "Entdeckungsphase", so Aust. Es werde in Corona-Zeiten viel Neues ausprobiert. "Man wird sehen, was davon bleibt." (dpa)

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