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Mehr Gäste ins Elbland locken

Diesbar-Seußlitz ist im Ausland kaum bekannt. Das soll sich ändern – doch die Räte bleiben skeptisch.

© Sebastian Schultz

Diesbar-Seußlitz. „Hier ist ein ganz großes Potenzial“, sagt Simone Trommer-Tiedemann über Diesbar-Seußlitz. „International ist aber kaum bekannt, was hier für eine großartige Weinregion ist. Wir sind zurzeit dabei, dass zu kommunizieren“, so die Marktforschungsexpertin von der Dresden Marketing GmbH. Das Unternehmen bewirbt die gesamte Region des Tourismusverbandes Dresden Elbland, in dem auch die Gemeinde Nünchritz seit 2013 Mitglied ist. Zwar gebe es für die Kommune keine statistische Erhebung zu den Übernachtungen, da die meisten Unterkünfte weniger als zehn Betten haben und deshalb nicht erfasst werden.

Allerdings sei laut Simone Trommer-Tiedemann im Elbland zurzeit ein großer Zuwachs bei den Gästen aus dem Ausland zu beobachten – vor allem bei Touristen aus den USA, der Schweiz und Österreich, aber auch aus Polen, den Niederlanden und China. Und die haben enormes Interesse am Elberadweg und an der Sächsischen Weinstraße, so die Tourismus-Managerin. Ziel von der Dresden Marketing GmbH und des Tourismusverbandes sei es deshalb, das auszunutzen und die Übernachtungszahlen im Elbland weiter zu steigern. Dafür wurde jetzt unter anderem eine neue Broschüre angefertigt. Eine Art Erlebniskarte, die erstmals die gesamte Region Dresden Elbland inklusive Diesbar-Seußlitz zeigt.

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„Dresden zieht die Gäste an. Wir müssen dafür sorgen, dass sie im Elbland verteilt werden. Daran arbeiten wir“, sagt die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sindy Vogel mit Blick auf die teils heftige Kritik an der Strategie des Verbandes in den vergangenen Monaten. Doch es habe sich eben gezeigt, dass der Trend im internationalen Tourismus zu Metropol-Regionen gehe und das Elbland allein eine zu kleine touristische Einheit sei, um im Wettbewerb bestehen zu können. Zuletzt hatte es dazu unter anderem auch Schulungen mit den Mitarbeitern der Tourist-Information im Haus des Gastes in Diesbar-Seußlitz gegeben.

„Die Neuausrichtung hat sich bewährt“, findet zumindest Bürgermeister Gerd Barthold (CDU), „das Konstrukt muss jetzt aber erst einmal wachsen.“ Die Gemeinderäte reagierten auf die Vorstellungsrunde von Tourismusverband und Marketing GmbH dagegen weitaus skeptischer. „Was habt Ihr mit unserer Gegend vor“, fragte beispielsweise der stellvertretende Bürgermeister Hans-Jürgen Linke (CDU) und war mit den vagen Antworten deutlich unzufrieden. Und beim für die Räte wichtigen Thema der Anbindung des Elbweindorfes durch die Dampfschifffahrt, Bus oder Bahn hieß es: Der Tourismusverband sei dafür der falsche Ansprechpartner. (SZ/ste)