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Tragische Probefahrt

Zwei junge Männer verunglücken am Dienstagabend bei Nieder Seifersdorf. Für einen ist der Unfall tödlich.

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© Danilo Dittrich

Von Sabine Ohlenbusch

Nieder Seifersdorf. Als die Nieder Seifersdorfer Feuerwehr am Dienstagabend die Unfallstelle erreicht, bietet sich den Kameraden ein Bild totaler Zerstörung. Die Folgen für die Verunglückten lassen sich aber zunächst nicht erahnen. „Das Auto sah schlimm aus“, erzählt Wehrleiter René Stricker. Für den Fahrer des Audis mit Dippoldiswalder Kennzeichen kommt jede Hilfe zu spät.

Gegen 23 Uhr verliert der 38-Jährige auf der Staatsstraße 122 zwischen Nieder Seifersdorf und Jänkendorf plötzlich die Kontrolle über den Wagen. Kurz nach der Ortsausfahrt Nieder Seifersdorf kommt das Auto nach rechts von der Straße ab und kollidiert daraufhin mit einem Baum.

Bemerkenswert an diesem Unfall ist, dass Auto, Fahrer und Beifahrer nicht aus dem Landkreis Görlitz stammen. Der Fahrer lebte im Großraum Dresden. Der 19-jährige Halter des Autos wollte es ihm gebraucht verkaufen und fuhr als Beifahrer mit . Er selbst war lediglich beruflich in der Region Niesky unterwegs. Deshalb haben sich die beiden wohl hier für eine Probefahrt verabredet. „Es sieht nach einem tragischen Fahrfehler aus“, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup zum Unfallhergang. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden oder einen Wildunfall.

Vier Einsatzwagen und 22 Kameraden aus den Wehren Nieder Seifersdorf, Jänkendorf und Diehsa sind vor Ort. Sie bergen den eingeklemmten Fahrzeugführer aus dem Fahrzeug. Er verstirbt wegen der Schwere seiner Verletzungen noch an der Unfallstelle. Der 19-jährige Beifahrer und Halter des Pkw wird schwer verletzt zur weiteren Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Die Bergung dauert für die Jänkendorfer Kameraden bis zwei Uhr nachts. Die freiwillige Feuerwehr Nieder Seifersdorf zieht ebenfalls nur eine Stunde zuvor ab. An dem 18 Jahre alten Audi ist ein Sachschaden in Höhe von 2000 Euro entstanden. Das Fahrzeug wurde durch den Abschleppdienst mittels Kran geborgen. Der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion Görlitz hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Laut der Unfallstatistik des Statistischen Landesamtes Sachsen ist dies der erste Unfalltote auf den Straßen des Landkreises Görlitz in diesem Jahr. Diese deckt die Unfälle von Januar bis Mai ab. Hier fließen allerdings nur die Toten ein, bei denen unstrittig ist, dass sie durch den Unfall umgekommen sind. Dies teilt Thomas Knaup mit. Anfang April ist ein Motorradfahrer auf der Bundesstraße 115 zwischen Kodersdorf und Niesky verunglückt. Einige Tage später verstarb er im Krankenhaus. Sein Fall ist nicht in die Statistik eingeflossen.

Von Januar bis Mai 2016 hat es 17 Schwerverletzte und 84 Leichtverletzte gegeben. In ganz Sachsen sind es 43 Tote und 1233 Schwerverletzte gewesen. Im vergangenen Jahr starben in diesem Zeitraum 20 Menschen mehr auf Sachsens Straßen. Es gab aber 60 Schwerverletzte weniger. 2015 ist der August in ganz Sachsen als Unfallmonat aufgefallen. Fast 400 Schwerverletzte und beinahe 20 Tote hat es 2015 gegeben. 2014 lagen diese Zahlen niedriger. „Generell ist es aber schwierig bei Unfällen Trends aufzustellen“, erklärt Diana Roth, Sprecherin des Statistischen Landesamtes.

Dennoch lässt sich sagen, dass 2016 der Fahrer häufiger Ursache von Unfällen ist als im Vorjahr. Sind es 2015 rund 5850 gewesen, sind es bis Mai bereits 5890 Unfälle. Dabei sind Fehler bei der Vorfahrt, der Geschwindigkeit und beim Abstand mit über 2600 Unfällen die häufigsten Gründe.