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Transfergesellschaft für Sovello geplatzt

Neue Hiobsbotschaft aus dem „Solar Valley“: Bei Sovello ist nach Angaben des Insolvenzverwalters kein Geld für eine Transfergesellschaft da. 500 Menschen sind nun arbeitslos.

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Bitterfeld-Wolfen. Die Gründung einer Transfergesellschaft für rund 500 Mitarbeiter des insolventen Solarkonzerns Sovello ist geplatzt. Dafür sei nicht genügend Geld vorhanden, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit. Er rate den bereits gekündigten Mitarbeitern nun, sich arbeitslos zu melden.

Der bisherige Geschäftsführer Reiner Beutel des Unternehmens mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) warf das Handtuch. Beutel sei auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden, sagte der Insolvenzverwalter.

Ursprünglich wollte das Unternehmen mit der Hälfte der zuletzt rund 1.000 Mitarbeiter einen Neustart versuchen, die andere Hälfte sollte zunächst in einer Transfergesellschaft unterkommen. Diese Pläne des Managements hatte das Amtsgericht allerdings bereits durchkreuzt, indem es eine Insolvenz in Eigenverwaltung der Manager ablehnte und einen Insolvenzverwalter bestellte.

„Die finanzielle Lage des Unternehmens ist weit schlimmer als befürchtet“, sagte Flöther nun. „Es steht Spitz auf Knopf.“ Zwar suche er mit Hochdruck nach Investoren und wolle die Produktion zunächst fortführen. Allerdings drohten weitere Entlassungen und Produktionskürzungen, wenn kurzfristig kein Investor gefunden werde.

Sovello ist eine Abspaltung des benachbarten früheren Weltmarktführers Q-Cells und produziert Solarzellen in einem speziellen Verfahren. Das „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen gilt als das Zentrum der deutschen Solarindustrie, die angesichts von Billigkonkurrenz aus Asien massiv unter Druck steht. (dpa)