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"Traurig, dass es so weit gekommen ist"

Zum ersten Mal spricht Prinz Harry vor Publikum über seinen Teilrückzug als Royal. Und es wird klar: Er steht zu seiner Entscheidung - und zu Meghan.

Prinz Harry bereut seine Entscheidung keineswegs.
Prinz Harry bereut seine Entscheidung keineswegs. © Rlwc2021/PA Media/dpa

London. Mit großem Bedauern hat sich Prinz Harry (35) in einer ersten öffentlichen Rede zum weitgehenden Rückzug von royalen Pflichten geäußert. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen und er habe sie nach monatelangen Gesprächen getroffen, sagte Harry in einer Rede vor Mitarbeitern der Hilfsorganisation Sentebale in London.

"Als Meghan und ich geheiratet haben, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll und wir wollten etwas Sinnvolles tun... Deshalb macht es mich traurig, dass es so weit gekommen ist." Es habe aber keine andere Möglichkeit gegeben, sagte Harry auf der Veranstaltung der Hilfsorganisation für junge HIV-Infizierte in Afrika. Die Rede wurde am Sonntagabend auf dem Instagram-Profil des Paares gepostet.

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Sie hätten sich das Ganze anders vorgestellt, sagte Harry. Die Entscheidung, sich von ihrer Rolle zurückzuziehen, hätten sie nicht leichtfertig getroffen. Ihre Hoffnung sei es gewesen, die bisherigen Aufgaben für die Queen, das Commonwealth und das Militär fortzuführen, aber dabei auf öffentliche Gelder zu verzichten. "Leider war das nicht möglich", sagte der Prinz.

Er lasse nun alles hinter sich, was er gekannt habe, in der Hoffnung auf ein friedvolleres Leben. Für seine Großmutter, die Queen, habe er aber den allergrößten Respekt, betonte Harry, der als Lieblingsenkel der 93-jährigen Monarchin gilt. "Was ich aber klarstellen möchte ist: Wir gehen nicht weg", sagte er. Er liebe Großbritannien.

Harry und Meghan wollen sich vom britischen Königshaus lossagen.
Harry und Meghan wollen sich vom britischen Königshaus lossagen. © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Harry und Meghan (38) hatten vor etwa zwei Wochen angekündigt, sich weitgehend von ihren royalen Pflichten zurückzuziehen und abwechselnd sowohl in Kanada als auch in Großbritannien zu leben. Königin Elizabeth II. reagierte verständnisvoll auf den Wunsch ihres Enkels.

Gleichwohl verkündete der Buckingham-Palast am Wochenende scharfe Konsequenzen. Harry und Meghan werden sich demnach nicht länger "Königliche Hoheit" nennen, keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen und das Geld für die Renovierung ihres Wohnsitzes zurückzahlen. In Kraft treten sollen die Maßnahmen im Frühling. Seine Schirmherrschaften behält der Prinz aber weiterhin.

Psychische Probleme nach Dianes Tod

Auch Harrys Mutter Diana war nach ihrer Scheidung von Prinz Charles (71) der Titel "Königliche Hoheit" entzogen worden. Sie kam vor 23 Jahren bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Harry hatte danach als Jugendlicher schwierige Phasen und galt als Rebell, der bei den Briten dennoch beliebt war. 

Erst Jahre später räumte er in Interviews ein, psychische Probleme gehabt zu haben. Harry gilt als sensibel und setzt sich inzwischen gemeinsam mit seinem Bruder William unter anderem für psychisch kranke Menschen ein.

Im Juli 2018 war die royale Welt noch in Ordnung. Der britische Thronfolger Prinz Charles, Herzogin Camilla, die britische Königin Elizabeth II, Herzogin Meghan, Prinz Harry, Prinz William und Herzogin Kate im Buckingham-Palast (v.l.n.r.).
Im Juli 2018 war die royale Welt noch in Ordnung. Der britische Thronfolger Prinz Charles, Herzogin Camilla, die britische Königin Elizabeth II, Herzogin Meghan, Prinz Harry, Prinz William und Herzogin Kate im Buckingham-Palast (v.l.n.r.). © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Vor ihrer Entscheidung für den Teilrückzug hatten sich Harry und Meghan eine sechswöchige Auszeit in Kanada gegönnt und dort auch das Weihnachtsfest verbracht. Meghan hatte in Toronto mehrere Jahre erfolgreich als Schauspielerin ("Suits") gearbeitet und ist dort bestens in Film- und Politikerkreisen vernetzt. Sie hält sich derzeit mit dem acht Monate alten Sohn Archie in Kanada auf.

In Großbritannien weckt der Rückzug von Harry und Meghan Erinnerungen an einen Skandal in den 1930er Jahren: Die US-Amerikanerin Wallis Simpson - zweimal geschieden und nicht adelig - war damals die große Liebe von König Eduard VIII. Regierung und Kirche waren allerdings strikt gegen diese Beziehung. 

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Der König dankte 1936 schon nach weniger als einem Jahr ab, um Simpson heiraten zu können. Er wurde von einigen als ihr "Schoßhündchen" verspottet. Das Paar lebte abwechselnd in Frankreich und den USA. Auf dem Thron folgte der Bruder des Ex-Königs: Georg VI., der Vater von Königin Elizabeth II. (dpa)