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Gesundheit

Trockene Augen: Ursachen, Tipps und Hilfe

Es gibt zahlreiche Menschen, die unter trockenen Augen - auch Sicca-Syndrom genannt - leiden. 

© Publicdomainpictures (Symbolfoto)

Dieses Problem wird in der Fachsprache auch Sicca-Syndrom genannt. Dabei handelt es sich um ein äußerst unangenehmes Problem. In der jüngsten Vergangenheit nahm die Anzahl der betroffenen Personen kontinuierlich zu. Da stellt sich dann die Frage, welche Ursachen für trockene Augen gibt es? Doch zunächst soll geklärt werden, warum die Augen immer feucht sein müssen.

Die Aufgabe der Tränenflüssigkeit

Die Tränenflüssigkeit wird in den Tränendüsen gebildet und benetzt das gesamte Auge. Sie soll die Hornhaut mit Nährstoffen versorgen und vor Schäden schützen. Deshalb besteht die Tränenflüssigkeiten auch aus drei unterschiedlichen Schichten. In der untersten Schicht, die einen direkten Kontakt zum Augapfel hat, befinden sich Sauerstoff und andere Substanzen, die für die Hornhaut unbedingt erforderlich sind. Die mittlere Schicht ist sehr dünnflüssig. Sie soll dafür sorgen, dass sich die gesamte Flüssigkeit gleichmäßig verteilt. Die äußere Schicht ist fettig. Ihre Aufgabe besteht darin, das Verdunsten der Tränenflüssigkeit zu verhindern. Zudem sorgt sie dafür, dass weder Staub noch andere schädliche Substanzen an das Auge gelangen.

Ist nun nicht genug Tränenflüssigkeit vorhanden, dann werden die Augen nicht mehr im ausreichenden Maße mit Nährstoffen versorgt. Zudem können Verunreinigungen an das Auge geraten. Da die Augen keine ausreichende Schmierfähigkeit mehr haben, entstehen Verletzungen und im schlimmsten Fall sogar Entzündungen. Deshalb ist mit trockenen Augen auf keinen Fall zu spaßen.

Die häufigsten Ursachen für trockene Augen

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu trockenen Augen führen. Dazu gehören unter anderem:

• Lange Arbeit am Bildschirm

• Wenig Aufenthalt an der frischen Luft

• Häufige Nutzung von Klimaanlagen

• Heizungsgebläse im Auto falsch eingestellt

• Aufenthalt in Raucherräumen

• Verschiedene Grunderkrankungen

• Nebenwirkung von Medikamenten

Wer sich hauptsächlich in geschlossenen und geheizten Räumen aufhält, läuft auf jeden Fall Gefahr, an trockenen Augen zu leiden. Aber auch Klimaanlagen sind nicht ganz ungefährlich. Auch sehr schädlich ist es, wenn im Auto die Luftstromregler so eingestellt sind, dass die heiße Luft immer direkt in die Augen geblasen wird. Dadurch trocknen die Augen so stark aus, dass nicht mehr genug Tränenflüssigkeit zum Ausgleich produziert werden kann. Auch der Rauch von Zigaretten greift die Tränenflüssigkeit stark an.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Arbeitsplätze, bei denen es erforderlich ist, ständig auf einen Bildschirm zu starren. Auch das stellt eine große Gefahr für die Augen dar. Normalerweise schließt ein Mensch die Augenlider in regelmäßigen Abständen. Das geschieht ganz automatisch, ohne dass darüber nachgedacht werden muss. Bei einem konzentrierten Blick auf den Monitor, bleiben die typischen Lidbewegungen aus. Dadurch erfolgt keine Verteilung der Tränenflüssigkeit mehr. Auch das führt zu trockenen Augen.

Auch einige Krankheiten führen zu trockenen Augen

Zum einen sind Augenkrankheiten zu nennen, die zu trockenen Augen führen. Dazu gehört die Lidrandentzündung. Diese wird meistens durch Bakterien hervorgerufen. Auch nach der Abheilung leiden viele Menschen dauerhaft unter trockenen Augen. Manchmal sind es aber auch kleinere Verletzungen der Hornhaut, durch die eine Austrocknung der Augen entsteht.

Neben den Augenkrankheiten gibt es noch einige andere Krankheiten, die das Sicca-Syndrom auslösen. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die auf den ersten Blick gar nichts mit den Augen zu tun haben. Dazu gehören unter anderem auch Rheuma und Diabetes. Zahlreiche Menschen, die an derartigen Krankheiten leiden, haben auch Probleme mit trockenen Augen. Manchmal sind es aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die solche Probleme hervorrufen. Dazu gehören unter anderem auch die Betablocker. Das bedeutet, jeder Mensch, der eine Erkrankung mit Betablockern behandeln muss, ist auch in Gefahr, trockene Augen zu bekommen.

Typische Symptome eines Sicca-Syndroms

Nun ist es natürlich nicht bei jedem, der mehrere Stunden am PC arbeitet so, dass er auch unter dem Sicca-Syndrom leidet. Wer sich zwischenzeitlich immer wieder draußen aufhält, kann trockene Augen meistens vermeiden. Die Symptome trockener Augen kündigen sich langsam an. Es beginnt meistens mit einem unangenehmen Jucken. Das wird oftmals noch gar nicht als ernstzunehmendes Symptom gedeutet. Wer also häufig unter stark juckenden Augen leidet, sollte vorsichtshalber einen Augenarzt aufsuchen. Dazu rät auch der Augenarzt im Kanton Zürich, Dr. med. (H) Richard Nagy im Lux Augenzentrum.

Im weiteren Verlauf tritt auch ein Brennen auf, das sich sehr unangenehm anfühlt. Mitunter ist es richtig schmerzhaft. Das Brennen wird in einigen Fällen so unangenehm, dass es sich wie ein starkes Druckgefühl entwickelt. Werden morgens nach dem Aufwachen die Augen geöffnet, fühlen sie sich oftmals ein wenig verklebt an. Spätestens dann sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Werden trockene Augen nicht behandelt, entstehen Schäden an den Augen, die sich in vielen Fällen nicht wieder beheben lassen. Je eher mit der fachgerechten Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten.

Die Diagnose beim Augenarzt

Ein Augenarzt kann recht einfach erkennen, ob es sich um das Sicca-Syndrom oder um eine andere Augenerkrankung handelt. Dazu steckt er einen speziellen Papierstreifen in den Tränensack. Nach einer exakt abgemessenen Zeit kann er an dem Streifen ablesen, ob eine ausreichende Menge an Tränenflüssigkeit gebildet wird. Doch nicht immer ist nur die Menge ausschlaggebend. Jemand, der unter tränenden Augen leidet, kann auch vom Sicca-Syndrom betroffen sein. Das ist immer dann der Fall, wenn die Flüssigkeit keine gute Qualität aufweist.

Mit Tropfen färbt der Augenarzt die Tränenflüssigkeit ein und untersucht sie anschließend mit einer speziellen Lampe. Daran erkennt er dann, ob die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit in Ordnung oder gestört ist.

So werden trockene Augen behandelt

In der Regel werden trockene Augen mit Tropfen behandelt. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die der natürlichen Tränenflüssigkeit nachempfunden wurde. Daher werden diese Tropfen manchmal auch als künstliche Tränenflüssigkeit bezeichnet. Meistens reicht es aus, ein bis zwei Tropfen in jedes Auge zu träufeln. Das kann mehrmals täglich wiederholt werden. Vorteilhaft ist es, wenn betroffene Personen immer eine Flasche Tropfen dabeihaben. Dann können die Augen bei Bedarf schnell getropft werden. In schweren Fällen kann auch anstelle der Tropfen ein Gel mit einer höheren Viskosität verwendet werden. Insbesondere für die Nachtstunden eignet sich das Gel gut. Es sollte jedoch unbedingt Rücksprache mit dem Augenarzt gehalten werden.

Fazit

• Immer mehr Menschen leiden unter trockenen Augen

• Häufige Ursachen sind Bildschirmarbeit und mangelnde Bewegung an der frischen Luft.

• Der Augenarzt kann eine präzise Diagnose erstellen

• Es gibt leicht anzuwendende Therapiemöglichkeiten.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Nadja Zimmermann.