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Dippoldiswalde

Trotz Regengüssen zu trocken

Der Juli im Osterzgebirge war schwül, warm und oft bewölkt.

Bedingt durch die Trockenheit müssen viel Landwirte Ertragseinbußen hinnehmen.
Bedingt durch die Trockenheit müssen viel Landwirte Ertragseinbußen hinnehmen. © Egbert Kamprath

Der statistisch wärmste Monat des Jahres war zweigeteilt. Die erste Hälfte bestimmten Nordwestlagen wie „Hoch Winnie“. Die Abkühlung am Morgen des 4. auf unter 10 Grad war ein wahrer Segen. In Zinnwald sank die Temperatur auf 4,7 Grad, in einigen Erzgebirgshochtälern gab es sogar Frost. Selbst tagsüber stiegen die Temperaturen am 8./9. im Tiefland nicht über 20 Grad. 

In der zweiten Dekade war es oftmals bewölkt. Die Zeit vom 11. bis 14. kann sogar als Regenperiode bezeichnet werden. Von Gewittern begleitet, spendete Petrus den staubtrockenen Böden zwischen 18,3 mm (Dohna) und 25,3 (Köttewitz) Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Ab dem 18. stellte sich die Großwetterlage auf Südwest. „Hoch Xandra“ brachte den Umschwung mit leichtem Wind und mäßiger Schwüle. 

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Unter „Hoch Yvonne“ hielt sich fünf Tage lang eine Hochdrucklage. Die Temperaturen erreichten bis zum 20. die 30-Grad-Marke im Tiefland und 25 Grad auf dem Erzgebirgskamm. In der Nacht und am Morgen des 21. entwickelten sich Gewitter ohne nennenswerte Niederschläge. Für die restlichen Julitage sind die Wörter „heiß“, „schwül“, „sonnig“ und „trocken“ treffend. Der Monatshöchstwert wurde am 25. erreicht, von 31,9 Grad in Zinnwald – neuer Stationsrekord – bis 37,2 Grad in Dohna. Die letzten Julitage waren nochmals schwüler, Gewitterzellen zogen über Sachsen hinweg.

Die Monatsmitteltemperatur lag circa zwei Grad über der Norm. Damit steht schon jetzt fest, dass auch dieser Sommer statistisch zu warm sein wird. In Zinnwald wurde ein weiterer heißer Tag gemessen, mit den beiden aus dem Juni sind es bislang drei Tage mit mehr als 30 Grad auf dem Kamm – so etwas gab es seit 1971 noch nie. Im Flachland war der Temperaturverlauf weniger spektakulär.

Nur ein Drittel des Monatsniederschlages, 28 bis 34 Liter pro Quadratmeter, fiel vom Himmel. Zudem trat dieser zum Großteil um den 12. auf. Die Natur – selbst ältere Bäume im Forst – ist stark geschwächt von der nun 16 Monate andauernden Dürre in tiefen Bodenschichten. Die Landwirtschaft muss nun, nach Hagel im Juni, die nächsten Ernteausfälle hinnehmen.

Die Sonne schien im Juli mit circa 250 Stunden ein wenig mehr als im Durchschnitt, verstärkte die Verdunstung aber nur noch mehr. Wegen der geringen Luftfeuchte von 65 Prozent gab es an mehr als 20 Tagen gute Fernsicht. Die Gewitteraktivität entsprach im groben der Normalität mit fünf Tagen in Bannewitz beziehungsweise sechs um Dohna, allerdings machten die Gewitter um Zinnwald-Georgenfeld oft einen großen Bogen. Zuletzt gab es hier im Jahr 2000 nur drei Juligewittertage. Ab dem 19. wurde jeder Tag um Dresden als „Schwüler Tag“ klassifiziert.

(Die Autoren Sebastian Wetzel und Norbert Märcz sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.)