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Feuilleton

Trotz Vorwürfen: Opernstar singt in Wien 

Placido Domingo wird von mehreren Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Auftritte in den USA wurden abgesagt, in Wien darf er auftreten.

Placido Domingo, Opernsänger aus Spanien, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.
Placido Domingo, Opernsänger aus Spanien, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. © Laszlo Balogh/AP/dpa

Wien. Ungeachtet der Vorwürfe einiger Frauen wegen sexueller Belästigung hält auch die Wiener Staatsoper an den vereinbarten Engagements mit Opernstar Placido Domingo fest. Aus seiner Sicht gebe es keinen rechtlich haltbaren Grund, bestehende Verträge nicht zu erfüllen, sagte der Direktor der Staatsoper Dominique Meyer am Freitag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. 

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Er könne die Vorwürfe nicht beurteilen und wolle sie auch nicht verharmlosen, meinte Meyer. "Gleichzeitig will ich auch Placido Domingo nicht vorverurteilen." Die geplanten Auftritte des 78-Jährigen als Macbeth im Oktober 2019 sowie als Nabucco und als Dirigent von "La traviata" im Juni 2020 blieben intakt.

Domingo als  "Nabucco" am 5. Juni 2019 in der Semperoper Dresden.
Domingo als "Nabucco" am 5. Juni 2019 in der Semperoper Dresden. © Daniel Koch / Semperoper Dresden

Beim ersten Auftritt des Spaniers seit Bekanntwerden der Vorwürfe war der Künstler vom Publikum der Salzburger Festspiele am vergangenen Sonntag demonstrativ gefeiert worden. Mehrere Sängerinnen hatten Domingo teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Im Zuge der "MeToo"-Bewegung, in der seit fast zwei Jahren Hunderte Frauen öffentlich Anschuldigungen gegen einflussreiche Männer erhoben haben, sagten in den USA die Oper in San Francisco und das Philadelphia Orchestra geplante Konzerte mit Domingo ab. Der Sänger wies die Anschuldigungen als unzutreffend zurück. (dpa)