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Politik

Trump sagt Besuch in Polen ab

Der US-Präsident wollte am Gedenken zum Kriegsausbruch teilnehmen. Wegen einer drohenden Naturkatastrophe in den USA verzichtet er auf die Reise. 

US-Präsident Donald Trump sagt wegen des herannahenden Hurrikans "Dorian" seine fürs Wochenende geplante Reise nach Polen ab.
US-Präsident Donald Trump sagt wegen des herannahenden Hurrikans "Dorian" seine fürs Wochenende geplante Reise nach Polen ab. © Carolyn Kaster/AP/dpa

Washington/Miami. Präsident Donald Trump hat die Bewohner der Südostküste der USA mit eindringlichen Worten vor dem herannahenden Hurrikan "Dorian" gewarnt und eine geplante Polen-Reise vorsorglich abgesagt. Die Vorhersagen ließen einen "Monster"-Sturm befürchten, erklärte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Videobotschaft. "Alles deutet darauf hin, dass er sehr hart zuschlagen wird und dass es sehr groß wird", sagte Trump über den Hurrikan, der ab Sonntag oder Montag auf die US-Küste treffen könnte. "Es sieht so aus, als wenn es ein absolutes Monster sein könnte."

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"Dorian" sammelt derzeit über dem warmen Wasser des westlichen Atlantiks Kraft. Das Nationale Hurrikan-Zentrum befürchtet, dass "Dorian" als mächtiger Hurrikan der Stufe vier von fünf im US-Bundesstaat Florida auf Land treffen könnte. Der Sturm könnte heftigen Regen, zerstörerische Winde und lebensgefährliche Überschwemmungen mit sich bringen, hieß es.

Das Wichtigste sei nun, für die Sicherheit der Menschen in der Schneise des Wirbelsturms zu sorgen, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Der Gouverneur des nördlich an Florida grenzenden Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, verhängte den Ausnahmezustand über die Küstengebiete, um Vorbereitungen und Rettungseinsätze zu erleichtern. In Florida gilt der Ausnahmezustand bereits seit Mittwoch.

Auf diesem Satellitenbild von Mittwoch ist gut zu erkennen, wie sich Hurrikan "Dorian" auf die Südostküste der USA zubewegt. Am Sonntag könnte der Sturm in Florida auf Land treffen.
Auf diesem Satellitenbild von Mittwoch ist gut zu erkennen, wie sich Hurrikan "Dorian" auf die Südostküste der USA zubewegt. Am Sonntag könnte der Sturm in Florida auf Land treffen. © NOAA/AP/dpa

Trump sprach von Befürchtungen, dass der Wirbelsturm genauso folgenreich werden könnte wie einst Hurrikan "Andrew" - oder gar noch schlimmer. Als "Andrew" 1992 als Sturm der Kategorie fünf auf die Ostküste Floridas traf, kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Schäden in verschiedenen Bundesstaaten beliefen sich damals auf rund 43 Milliarden US-Dollar.

Trump sagte, für die USA werde nun Vizepräsident Mike Pence an den Gedenkveranstaltungen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Polen teilnehmen. Er habe dies telefonisch auch Polens Präsident Andrzej Duda erklärt und hoffe, die Reise bald nachholen zu können. Trump sollte ursprünglich am Sonntagmorgen in Warschau ankommen.

Über Twitter hatte der Republikaner die Menschen an der Südostküste des Landes aufgerufen, sich für "Dorian" zu wappnen und den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Es wird ein sehr großer Hurrikan, vielleicht einer der größten!", schrieb der Präsident. Laut Trump hat die Regierung die besten Experten mobilisiert und Nahrungsmittel und Wasser in das Gebiet geschickt. Auch Evakuierungen seien nicht ausgeschlossen.

Wegen des herannahenden Hurrikans "Dorian" hat der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida den Notstand ausgerufen. In den Supermärkten denken sich die Menschen der betroffenen Region mit Vorräten ein.
Wegen des herannahenden Hurrikans "Dorian" hat der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida den Notstand ausgerufen. In den Supermärkten denken sich die Menschen der betroffenen Region mit Vorräten ein. © Brynn Anderson/AP/dpa

Das Zentrum des Hurrikans steuert derzeit aus der Karibik kommend langsam auf die US-Küste zu und bringt Windböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde mit sich. Bislang ist "Dorian" damit zwar nur ein Hurrikan der Stufe eins. Der Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ken Graham, erwartet aber, dass sich der Sturm bis zur Ankunft an der US-Küste zu einem Hurrikan der Stärke vier entwickeln könnte. Ein solcher Sturm wird meist von heftigem Regen und gefährlichen Windböen von mehr als 200 Kilometern pro Stunde begleitet. Je nach Verlauf könnte "Dorian" neben Florida auch die Bundesstaaten Georgia und South Carolina treffen.

Der Gouverneur von Florida, Ron deSantis, hatte am Mittwoch bereits an die Bürger des Bundesstaats appelliert, sich auf den Sturm vorzubereiten. "Jeder Einwohner von Florida sollte für mindestens sieben Tage Vorräte haben, darunter Essen, Wasser und Medizin sowie einen Plan für den Katastrophenfall", erklärte deSantis.

US-Fernsehsender zeigten am Donnerstag Bilder von Hamsterkäufen in Florida. Anwohner kauften Trinkwasser und andere Vorräte für den Notfall und räumten viele Supermarktregale leer. Örtliche Medien berichteten über lange Schlangen an Tankstellen.

Am Mittwoch war "Dorian" östlich des US-Außengebiets Puerto Rico an den Jungferninseln vorbeigezogen. Es gab dort zunächst keine Berichte über große Schäden oder Opfer. Am Sonntag soll der Wirbelsturm über den Nordwesten der Bahamas ziehen.(dpa)