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Wirtschaft

Tschechen wollen Sachsens Forschung

Industrieminister Karel Havlicek vereinbart in Dresden Projekte mit Fraunhofer-Experten. Michael Kretschmer denkt dabei schon an Brüssel.

Der traditionsreiche Maschinenbaustandort Chemnitz ist Hauptsitz des Fraunhofer IWU.
Der traditionsreiche Maschinenbaustandort Chemnitz ist Hauptsitz des Fraunhofer IWU. © Fraunhofer IWU

Dresden. Sachsens Nachbarn im Süden müssen sich umstellen: Die tschechische Regierung hat Innovation statt Gemütlichkeit verordnet und setzt dabei auf Zusammenarbeit mit Sachsen und Bayern. Industrieminister Karel Havlicek sagte am Freitag in Dresden, Tschechien werbe künftig nicht mehr mit dem Slogan „Land der Geschichten“, sondern mit „Land für die Zukunft“. Statt Bier solle beispielsweise Bioökonomie den Staat voranbringen.

„Wir ändern komplett die Prioritäten“, sagte Havlicek. Dazu sollen Sachsen beitragen. Mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verabredete der Minister, dass ein deutsch-tschechisches Forschungszentrum für interdisziplinäre Forschung eingerichtet wird. Das müsse nicht unbedingt ein eigenes Gebäude bekommen, sondern könne durch Zusammenarbeit vorhandener Einrichtungen entstehen. Träger soll das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) werden, das vom Sitz Chemnitz aus schon Ableger in Dresden, Zittau und Wolfsburg hat. Die Hochschulen in Liberec und Zittau sollen sich beteiligen. Ende September wollen die beiden Politiker in Prag wieder darüber sprechen.

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Havlicek rechnet mit Kosten von etwa 18 Millionen Euro und sagte auf Deutsch: „Das Geld ist nicht das Problem.“ Für Forschung, die sich lohne, gebe es Mittel. Allerdings wies Kretschmer darauf hin, dass es für grenzüberschreitende Zusammenarbeit Subventionen aus Brüssel gebe – darum wollen die Länder sich bemühen. Zu den Forschungsgebieten gehören auch Energietechnik und Wasserstoff. Zum Treffen im Fraunhofer-Institut kamen schon Unternehmer aus der Oberlausitz, die passende Kenntnisse haben: Absaugspezialist ULT aus Löbau, Lakowa Kunststoffe Wilthen und Havlat Präzisionstechnik Zittau.