merken
PLUS Zittau

59 Millionen Euro für Hochwasser-Schutz

Die Region Liberec investiert in Projekte entlang der Neiße, wovon sechs Städte und Dörfer profitieren. Doch noch stehen sie am Anfang.

Beim August-Hochwasser 2010 durchbrach der überfüllte Krystina-See den Damm zur Neiße.
Beim August-Hochwasser 2010 durchbrach der überfüllte Krystina-See den Damm zur Neiße. © Matthias Weber

Projekte im Wert von 1,5 Milliarden Kronen (über 59 Millionen Euro) sollen die Bewohner von sechs tschechischen Städten und Dörfern rund um die Lausitzer Neiße vor einem Jahrhundert-Hochwasser schützen. Das sieht ein von den Stadträten der Region Liberec (Reichenberg) genehmigtes Memorandum vor.

An der Vorbereitung werden Chrastava (Kratzau), Hrádek (Grottau), Bílý Kostel (Weißkirchen), Chotyně (Ketten), Kryštofovo Údolí (Christofsgrund) und Liberec sowie das Einzugsgebiet der Elbe beteiligt sein. Die Orte verfügen bereits über eine Machbarkeitsstudie für Flutschutz-Maßnahmen, sagt der Regionalrat für Umwelt, Václav Židek, gegenüber dem Nachrichtenportal drbna.cz.

Anzeige
Mit uns können Sie voll durchstarten
Mit uns können Sie voll durchstarten

Wer sportliche Erfolge erzielen will, sollte bestens ausgestattet sein. Im Görlitzer Muskelkater wartet Equipment zum Durchstarten.

Die Neiße gilt als Fluss mit erheblichem Hochwasser-Risiko von Jablonec (Gablonz) bis zur deutschen Grenze bei Zittau. "Der derzeitige Schutz eines Teils des bewohnten tschechischen Territoriums ist nicht ausreichend", berichtet er. Daher hat die Region Liberec voriges Jahr eine Studie zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit in Auftrag gegeben. Diese sieht den Bau von Dämmen und die Weitung des Flussbettes als angemessene Schutzmaßnahmen an. "Ziel ist es, Wasser aus der Region abzuleiten", berichtet Václav Židek. Zudem wird ein Trockenpolder bei Andělská Hora (Engelhaus) vorgeschlagen, also ein eingedeichter Bereich. Das soll die Wassermengen auffangen und den Verlauf der Flutwelle verlangsamen.

Koordinator der Maßnahmen ist die Region Liberec, die mit finanzieller Beteiligung der Städte und Gemeinden eine Machbarkeitsstudie, eine Dokumentation für den Bebauungsbeschluss und eine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt.

Fünf Tote, 130 Verletzte

"Wir wissen, was das Wasser kann und welche Kraft es hat", sagt Hauptmann Martin Půta. "Wir wissen aber nie, wann es wieder zuschlägt." Deshalb sei es gut, vorbereitet zu sein. Das Memorandum sieht er als ersten Schritt an, den Fluss und seine Umgebung gewaltfrei und im Einklang mit der Natur so anzupassen, sodass bei einem Hochwasser möglichst wenig Schaden angerichtet werden. "Bisher befinden wir uns noch in der Planungsphase", so Martin Půta.

Weiterführende Artikel

Ungeahnte Spuren der Verwüstung

Ungeahnte Spuren der Verwüstung

Im August 2010 verwandelte eine Jahrhundertflut Zittau und seine Umgebung in eine Wasserlandschaft. Eine Kurzchronik der Ereignisse.

Seit dem letzten Jahrhundert-Hochwasser sind elf Jahre vergangen. Das Gebiet der Neiße war im August 2010 eines, in denen die Sturzfluten die größten Schäden angerichtet haben. Damals forderte das große Wasser in der Region Liberec fünf Tote, 130 Menschen erlitten Verletzungen und 2.000 mussten aus ihren Häusern fliehen. Polizei, Armee und Rettungshubschrauber retteten 160 Einwohner aus überfluteten Gebäuden. Das Hochwasser traf die Hälfte der Region und hinterließ Schäden von 8,2 Milliarden Kronen (rund 323 Millionen Euro), von denen mehr als zwei Milliarden (rund 79 Millionen Euro) auf Regionalstraßen entstanden. Das Wasser beschädigte 15 Abschnitte und ein Drittel der Brücken. Überschwemmungen gab's in dem Gebiet auch in den folgenden Jahren, aber diese waren längst nicht mehr so ​​stark.

Mehr zum Thema Zittau