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Böhmen: Marienfels hat Pavillon zurück

Der Gipfel ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Böhmischen Schweiz. Die neue Aussichtsplattform orientiert sich am historischen Vorbild.

Rückkehr mit Hubschrauber: der Gipfelpavillon des Marienfelsens (Mariina skála).
Rückkehr mit Hubschrauber: der Gipfelpavillon des Marienfelsens (Mariina skála). © Vaclav Sojka

Es ist geschafft. Der Pavillon ist auf den Marienfels (Mariina skála) bei Jetřichovice (Dittersbach) zurückgekehrt. Der Felsen gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Böhmischen Schweiz. Jedes Jahr besuchen ihn rund 100.000 Touristen. Doch ohne seinen „Hut“ fehlt etwas.

Vor zweieinhalb Jahren musste der Pavillon geschlossen werden. Er erwies sich als so beschädigt, dass eine Reparatur nicht ausreichte. Der alte wurde letzten Sommer abgebaut und ein neuer in Auftrag gegeben. Der wurde nun mit einem Hubschrauber an seinen Bestimmungsort gebracht. Neben dem eigentlichen Pavillon lieferte der Hubschrauber in insgesamt zehn Flügen eine Plattform und weitere Bauteile auf den Gipfel.

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Aus der Rückkehr des Pavillons wäre aber beinahe nichts geworden. „Das war bereits der vierte Versuch“, sagt Nationalparksprecher Tomáš Salov. Die Aktion musste wegen schlechter Witterungsbedingungen mehrfach verschoben werden. „Weniger später wäre ein Transport wegen des Vogelschutzes nicht mehr möglich gewesen“, beschreibt Salov das Dilemma. Ganz in der Nähe des Marienfelsens befinden sich nämlich Nistplätze des streng geschützten Wanderfalken. Um größtmögliche Ruhe bei der Aufzucht des Nachwuchses zu gewährleisten, lässt der Nationalpark jedes Jahr zwischen März und Ende Juni Teile des Nationalparks sperren.

Eröffnung zu Ostern

Doch alles ist noch einmal gut gegangen. Jetzt können die Bauarbeiten direkt auf dem Gipfel fortgesetzt werden. Außerdem wird am Aufstieg zum Felsen gearbeitet. Läuft alles nach Plan, kann Ostern nicht nur die großartige Aussicht vom Marienfels, sondern auch der Pavillon aus der Nähe bewundert werden, wenn es denn die Corona-Pandemie zulässt. Dass der Pavillon gelungen ist, darauf einigten sich viele, die den Hubschrauberflug im Internet bei Facebook verfolgten. Anders als bei der umstrittenen Plattform auf dem nahen Falkenštejn (Falkenstein), die wegen ihrer wenig sensiblen Metall-Ausführung massiv kritisiert wurde, kommt der Pavillon auf dem Marienfels gut an.

Zwar wurde auch hier Metall verwendet, um dem Neubau ein langes Leben zu garantieren. Dabei richtete sich der Nationalpark aber nach der historischen Vorlage, welche Fürst Ferdinand Kinsky 1856 errichten ließ. Das Metallgerüst wurde mit Holzelementen versehen, die bei Bedarf ausgetauscht werden können. Diese wurden komplett in Handarbeit gefertigt.

Mit der Holzhütte nach Kinsky hat der Marienfels und damit die gesamte Jetřichovické skály (Dittersbacher Schweiz) ihre historische Kulisse zurück.

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