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So leidet der Liberecer Zoo unter Corona

Ein Drittel weniger Besucher und finanzielle Verluste in sechsstelliger Höhe muss der Tierpark dieses Jahr verkraften. Dabei hat er geöffnet.

Der Zoo Liberec hat seit Dezember wieder geöffnet. Allerdings kommen nur 300 bis 400 Besucher pro Tag, 1.000 sind möglich.
Der Zoo Liberec hat seit Dezember wieder geöffnet. Allerdings kommen nur 300 bis 400 Besucher pro Tag, 1.000 sind möglich. © Free.riders/Wikipedia

Seit 3. Dezember hat der Zoo in Liberec (Reichenberg) wieder geöffnet, ebenso das Restaurant Gibon und der Spielplatz. Allerdings unter Hygieneauflagen. So bleiben aus Sicherheitsgründen Innenräume und Pavillons zu. Höchstens 1.000 Besucher am Tag sind erlaubt. Der Grund: Jedem müssen 15 Quadratmeter zur Verfügung stehen, zwei Meter Abstand sind einzuhalten. Zudem besteht Maskenpflicht. Alle öffentlichen Adventsveranstaltungen wie moderierte Fütterungen sind abgesagt, weil sich dabei viele Menschen auf engstem Raum tummeln. "Wir möchten auch einen direkten Kontakt der Besucher zu den Tierbetreuern und Zoologen vermeiden", sagt Direktor David Nejedlo.

Bis jetzt ist der Zoo direkt von Corona verschont geblieben. Aber indirekt trifft das Virus die Einrichtung hart. Insgesamt 103 Tage war der Tierpark dieses Jahr geschlossen. Entsprechend rückläufig ist auch die Besucherzahl: Kamen bis Ende November 2019 noch 385.530 Leute, waren es dieses Jahr 113.050 weniger. Damit sind auch die Einnahmen gesunken. Nicht nur wegen des fehlenden Eintritts, auch bei Imbiss- und Souvenirverkauf, Parkgebühren sowie bei der Vermietung von Verkaufsbuden. "An den Ausgaben lässt sich aber nichts sparen", sagt Sprecherin Barbora Tesarová. "Futter, Energie, Löhne – das alles muss weiterbezahlt werden."

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Während der Corona-Schließzeiten im Frühling und im Herbst stiegen die Verluste des Tierparks auf 16,8 Millionen Kronen (rund 672.000 Euro). Eine finanzielle Sonderhilfe des Rathauses und der Region Liberec in der Höhe von 4,8 Millionen Kronen deckte die Ausfälle nur zu einem Drittel. "Es ist eine komplizierte Zeit", kommentiert David Nejedlo die Lage. Zu alledem musste der Zoo den Tod des Gästemagneten Parid verkraften. Der Weiße Tiger war 14 Jahre lang eine Attraktion. Aufgrund seines gesundheitlichen Zustands hat ihn der Zoo einschläfern lassen.

Der Tierpark hofft jetzt auf die Unterstützung der Öffentlichkeit – auf Besucher, auf Einnahmen durch den Souvenirverkauf im Online-Shop, auf Geldspenden für bestimmte Tierarten. "Menschen können sich auch eine Sitzbank im Zoo oder ein gläsernes Blatt am Baum der Biodiversität in der Eingangshalle symbolisch kaufen", sagt Barbora Tesarová.

An den letzten Wochenenden kamen pro Tag höchstens 300 bis 400 Besucher. "Wir freuen uns sehr über jeden Gast", sagt die Sprecherin. Große Tradition mit festlicher Atmosphäre hat der Weihnachts-Zootag am 24. Dezember, der vor allem bei Vätern mit Kindern beliebt ist. Die Leute zahlen einen freiwilligen Eintritt und können für die Tiere etwas Futter mitbringen. "Am besten Karotten, anderes Gemüse oder Nüsse", so Barbora Tesarová. Die Tiere bekommen die Spenden aber nicht alle auf einmal. Die Zoologen halten sich an vorgeschriebene Rationen.

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