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Brasiliens Mutante erreicht Nordböhmen

Zwar hat Tschechien den Corona-Notstand jetzt offiziell beendet. Die Lockerungen gelten aber nicht für den Schluckenauer Zipfel zwischen Zittau und Pirna.

Krankentransport: Um Krankenhäuser zu entlasten, hat Tschechien seine Corona-Patienten wochenlang verlegen lassen. Inzwischen ist die Lage entspannter geworden.
Krankentransport: Um Krankenhäuser zu entlasten, hat Tschechien seine Corona-Patienten wochenlang verlegen lassen. Inzwischen ist die Lage entspannter geworden. © Slavomír Kubeš/CTK/dpa

Viele Tschechen dürfen wieder über die Grenzen ihrer Region reisen, Kinder bis zur fünften Klasse kehren in die Schulen zurück. Nur in der nordböhmischen Region Děčín (Tetschen) gelten die Lockerungen noch nicht, weil die Zahl der Infizierten höher als anderswo liegt. Außerdem ist dort die brasilianische Variante des Coronavirus erstmals aufgetaucht.

Die Mutation konnte bei zwei Patienten aus Varnsdorf (Warnsdorf) nachgewiesen werden. Bei ihnen nahm Covid-19 einen milderen Verlauf, inzwischen gelten sie als genesen. Keiner von ihnen war vorher im Ausland und bis jetzt ist unklar, wo sie sich infizierten. In diesen Tagen planen die Hygieniker neue Proben der hypothetischen Herde, erklärt die Direktorin der regionalen Hygienestation in Ústí nad Labem Lenka Šimůnková.

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Die brasilianische Variante des Coronavirus stammt aus dem Amazonasgebiet in Manaus und ist ansteckender als die ursprüngliche. So besteht auch ein deutlich höheres Risiko eines Rückfalls, also einer erneuten Ansteckung - dieser liegt bei 62 Prozent. Die Krankheit bedroht mehr junge und sonst gesunde Menschen. Ob die neue Mutation tödlicher ist, kann noch nicht gesagt werden.

Die meisten Auflagen bleiben in Kraft

Der Schluckenauer Zipfel meldet auch viel mehr Neuinfizierte als die anderen Regionen. In der Grenzstadt Varnsdorf mit 15.000 Einwohnern gibt's zurzeit 313 Infizierte, davon kamen 87 während der vergangenen sieben Tagen dazu. Rumburk (Rumburg) hat 252 Fälle, Šluknov (Schluckenau) 90 und Chřibská (Kreibitz) 52. Aus diesem Grund blieben am Montag die Schulen in der Region Děčín geschlossen. Die meisten Corona-Auflagen sind in Kraft geblieben. Weiterhin besteht die Maskenpflicht, die meisten Geschäfte und Gaststätten müssen nach wie vor geschlossen bleiben. Öffnen dürfen aber Bibliotheken und Tierparks.

In der Region Liberec (Reichenberg) ist die Lage momentan viel besser. Am Sonnabend gab's 51 neue Covid-19-Fälle, eine Woche zu vor war diese Zahl fast doppelt so hoch. Eine große Erleichterung melden auch die Krankenhäuser. Am Wochenende mussten sie sich um 260 Patienten kümmern, das ist die niedrigste Zahl seit dem 27. Dezember 2020.

Am Freitag schloss auch die Corona-Teststation bei Hrádek nad Nisou (Grottau). Sie war acht Wochen in Betrieb, für täglich 16 Stunden und das seit Mitte Februar, als Deutschland die Einreisebedingungen wegen der Mutationen verschärfte. Über die Grenze konnten nur deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Personen. Sie mussten bei ihrer Ankunft einen Corona-Test vorlegen. Auch wenn dieser negativ war, folgte eine zweiwöchige Quarantäne. Nur für Transporteure und ausgewählte Pendler gab's Ausnahmen. Aber ein negativer Test war auch für sie eine Bedingung für die Einreise.

"Weil wir nicht mehr als Virusmutationsgebiet, sondern als Hochinzidenzgebiet gelten, genügt ein Test dreimal in der Woche und man kann sich erst in Deutschland testen lassen", erklärt Martin Besta, Pendler aus Liberec. Insgesamt haben in Hrádek fast 11.000 Antigen-Tests stattgefunden, von denen nur 37 positiv ausfielen. "Die Station ist nicht mehr nötig, weil die Bedingungen für das Überschreiten der Staatsgrenzen gelockert sind", sagt Andrea Fulková, Sprecherin des Regionalamts im Liberec.

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