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Corona: Zittau bietet Liberec Hilfe an

Die schweren Virus-Fälle in der Grenzregion steigen an, es gibt kaum freie Intensivbetten. Doch Angebote aus dem nahen Ausland bringen neue Probleme.

Medizinisches Personal versorgt eine Corona-Patientin auf der Intensivstation im Krankenhaus Liberec.
Medizinisches Personal versorgt eine Corona-Patientin auf der Intensivstation im Krankenhaus Liberec. © Radek Petrácek/CTK/dpa

Das Zittauer Krankenhaus hat der Region Liberec (Reichenberg) seine Hilfe angeboten, weil dort die Betten für die schweren Corona-Fälle knapp geworden sind. "Das klingt theoretisch gut, praktisch bedeutet es aber eine anspruchsvolle behördliche Vorbereitung“, sagt Hauptmann Martin Puta. Deshalb würde darauf nur zurückgegriffen, wenn es wirklich dringend nötig wäre. "Die aktuelle Lage wird national koordiniert." Derzeit versuchen die Grenzregionen sich untereinander zu helfen. So organisierte Liberec vorige Woche sechs Transporte nach Mähren, für diesen Montag sind weitere drei vorgesehen.

Das Problem bei den grenzüberschreitenden Angeboten: Über einen Transport muss der behandelnde Arzt in Tschechien entscheiden und ein Antragsformular an das Gesundheitsministerium seines Landes senden. Das gibt die Angelegenheit an die EU weiter. Das Krankenhaus muss dann die Dokumentation des Patienten in der Sprache des Landes ausstellen, in das er gebracht wird. Zudem braucht es seine Zustimmung für den Transport. In dem Fall der Zittauer Hilfe entscheidet jedoch letztlich Sachsen nach Kapazität, in welche Klinik der Patient aus Liberec kommt.

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Tschechien nahm in der Corona-Krise die Hilfsangebote somit auch erst nach langem Zögern an. Man habe Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten gebeten, teilt das Gesundheitsministerium in Prag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, sodass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Bereits 900 Tote

Am Sonntag stieg die Zahl der Covid-19-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf in Tschechien auf 1.728 an. Das waren etwa 150 Patienten mehr als noch vor einer Woche. In der Region Liberec müssen derzeit 442 Menschen mit der Lungenkrankheit in den Krankenhäusern behandelt werden, das sind rund zehn Prozent mehr als eine Woche zuvor. Auf der Intensivstation liegt etwa ein Viertel der Patienten. Das geht aus den aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums hervor.

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus stieg in der Region Liberec am Wochenende leicht und betrug 684. In der Vorwoche waren es noch 30 Fälle weniger. An einem Arbeitstag bewegen sich die Zahlen der Neufälle bei 800, was laut der Hygieniker der Gipfel der Pandemie ist. Seit März 2020 starben 900 Menschen in der Region Liberec an oder mit dem Virus, in der Region Ústí nad Labem 1.540 Personen.

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