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Tschechien: Erste Corona-Patientin verlegt

Zu viele Patienten, zu wenig Personal: Die Lage in Krankenhäusern wie in Liberec ist kritisch. Die Epidemie soll ihren Höhepunkt aber erst noch erreichen.

Medizinische Mitarbeiter in Schutzausrüstung transportieren eine Patientin auf einer Trage zu einem Krankenwagen vor einem Krankenhaus, das aufgrund einer hohen Anzahl an Coronapatienten überlastet ist.
Medizinische Mitarbeiter in Schutzausrüstung transportieren eine Patientin auf einer Trage zu einem Krankenwagen vor einem Krankenhaus, das aufgrund einer hohen Anzahl an Coronapatienten überlastet ist. © Petra David Josek/AP/dpa

Tschechien hat bei der Verlegung von Corona-Patienten nun erstmals ausländische Hilfe in Anspruch genommen. Ein Rettungswagen mit einer schwerstkranken Frau an Bord brach am Dienstagmorgen in Usti nad Orlici in der Region Pardubice (Pardubitz) auf, wie das Fernsehen CT berichtete. Ziel der zweieinhalbstündigen Fahrt war das Krankenhaus in Raciborz in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Ein Notfallmediziner begleitete die 68 Jahre alte Patientin.

Bis Ende kommender Woche wird Tschechien darüber entscheiden, ob das Land auch Corona-Patienten in deutsche Krankenhäuser verlegen lässt. Dies sagt am Mittwoch der stellvertretende Ministerpräsident und Leiter des Krisenstabs, Jan Hamáček.

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Das Zittauer Krankenhaus hatte der Region Liberec (Reichenberg) bereits seine Hilfe angeboten. Die wollte sich anfangs noch selbst kümmern. Geplant war demnach, Patienten in andere tschechische Regionen zu transportieren. Inzwischen aber gibt's die ersten, die nach Deutschland verlegt werden sollen.

Nach Aussage von Jan Hamáček erreichen die tschechischen Krankenhäuser in den nächsten acht oder neun Tagen ihren Höhepunkt, was die Entwicklung der Coronavirus-Epidemie angeht.

In der Region Liberec fehlt vor allem das Personal in den vier Kliniken. Verstärkung kommt durch Freiwillige des Roten Kreuzes, 15 Helfer hat am Mittwoch auch die Feuerwehr geschickt. In den Krankenhäusern befinden sich nach neuesten Daten des Gesundheitsministeriums 480 Patienten - eine neue Negativ-Rekordzahl. Intensive Pflege braucht wegen des schweren Krankheitsverlauf rund ein Viertel davon. Die Krankenhäuser erhöhten bisher ständig die Betten-Kapazität für Corona-Patienten.

Die Zahl der Neuinfektionen stagnieren seit einigen Tagen. Am Dienstag gab's in der Region Liberec 746 neue Corona-Fälle - das waren 114 weniger als in der Vorwoche. Seit dem Ausbruch der Pandemie erkrankten in der Region schon 65.500 Personen, etwa 15 Prozent der Bewohner. Geimpft sind dort bisher nur rund sechs Prozent der Bevölkerung.

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