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Corona: Liberecer dürfen im Auto wählen

An den Kreis- und Senatswahlen sollen alle teilnehmen, die unter Quarantäne stehen. Wird als Nächstes der Notstand in Tschechien ausgerufen?

Symbolbild
Symbolbild © Vít Šimánek/CTK/dpa

Ein kürzlich erlassenes Gesetz ermöglicht es auch unter Quarantäne stehenden Menschen in der Region Liberec (Reichenberg), an den Kreis- und Senatswahlen am Freitag und Sonnabend teilzunehmen. Sie dürfen aus dem Auto abstimmen. Dahinter steckt das Drive-In-System, das bisher vor allem von Fast-Food-Ketten bekannt ist. 

Ab Mittwoch öffnen die mobilen Wahlstationen in allen vier Kreisstädten: In Česká Lípa, Liberec, Jablonec nad Nisou und Semily. Die Stationen befinden sich jeweils auf einem Parkplatz, der für die motorisierten Wähler gut erreicht werden kann. In Liberec ist das beispielsweise hinter dem Polizeigebäude an Pastýřská ulice, in Jablonec nad Nisou bei der Stadthalle. Wer auf die Art abstimmen will, braucht sich nicht vorher anmelden. Sollte ein zweiter Durchgang am 9. und 10. Oktober nötig sein, öffnen die Stationen abermals ab Mittwoch.

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Für die Wahl haben sich 669 Kandidaten aus 16 Parteien oder politischen Gruppierungen aufstellen lassen, drei weniger als 2016. Die Bürgermeister der Region Liberec mit Bezirkshauptmann Martin Půta an der Spitze gewannen damals. Sie erhielten fast ein Drittel der Stimmen. Damit sicherten sich die Kandidaten 18 Plätze in der 45-köpfigen Kreisvertretung. Bei der diesjährigen Wahl wird ihr Anteil nicht so hoch geschätzt, obwohl sie auch jetzt die teuerste Werbekampagne durchführen. Sie geben sieben Millionen Kronen (rund 258.000 Euro) aus.

Die Region Liberec meldet seit Anfang der Pandemie 1.975 positive Corona-Fälle. Zurzeit gibt es 1.342 aktive Fälle in der Region. 626 Menschen gelten als geheilt, sieben Menschen starben bisher. Bei den meisten Betroffenen nimmt die Infektion einen leichten Verlauf, 15 Personen sind momentan im Krankenhaus. Laut Martin Půta hat die Region 82 Intensivbetten zur Verfügung. "Wir haben immer noch ausreichende Kapazitäten und die Situation unter Kontrolle", sagt er der Nachrichtenagentur ČTK. Die Krankenhäuser würden alle geplanten Operationen durchführen.

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Tschechien gilt als Risikogebiet. Landesweit ist nun vorgesehen, dass die Regierung am Mittwoch den Notstand ausruft - wegen der Corona-Pandemie. Den Vorschlag zur Abstimmung soll der neue Gesundheitsminister Roman Prymula vorlegen. Der Notstand galt in Tschechien bereits während der ersten Welle vom 12. März bis 17. Mai dieses Jahres.

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