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Corona: Liberec' Schulen gelten als Hotspot

In der böhmischen Metropole kommen 256 Kranke auf 100.000 Einwohner. Nun müssen Schüler wieder zu Hause bleiben. In Česká Lípa ist es nicht ganz so schlimm.

Blick in eine Grundschule in Frýdlant, wo die Schüler Textilmasken von der Stadt bekommen haben.
Blick in eine Grundschule in Frýdlant, wo die Schüler Textilmasken von der Stadt bekommen haben. © ZŠ Frýdlant

In allen Mittelschulen in der Region Liberec (Reichenberg) wird ab Mittwoch wieder von Zuhause aus unterrichtet. Der Grund sind bedeutend gestiegene Corona-Fälle in den jüngsten Tagen, wie Bezirkshygieniker Vladimír Valenta nach der Sitzung des Krisenstabs berichtet. Die Maßnahme wird erst einmal bis zum 18. Oktober gelten.

In allen anderen Nachbarregionen - von Semily über Jablonec nad Nisou (Gablonz) bis nach Česká Lípa (Böhmisch Leipa), bleibt der Präsenzunterricht bestehen. Verboten sind Sport- und Singstunden, weil sie mit Masken nicht durchgeführt werden können. "Man kann aber nicht ausschließen, dass im Fall einer weiteren Verschlechterung der epidemischen Lage die Schulsperrung auch andere Orte betrifft", sagt der Vertreter des Hauptmanns Petr Tulpa, der verantwortlich für Schulwesen und Bildung ist.

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"Die Entwicklung sieht nicht gut aus, denn die Übertragung in den Schulen ist sehr groß", erklärt er. Und weil auch die Städte Liberec und Jablonec ziemlich eng miteinander verbunden sind, vermutet er, dass auch der Nachbar ab nächster Woche reagieren wird. Laut Valenta stellen Schulen den Brennpunkt der Pandemie dar. In Liberec und Umgebung sind laut ihm 20 Einrichtungen betroffen.

418 neue Fälle in drei Tagen

In der Region Liberec wurden allein in letzten drei Tagen 418 weitere positive Personen registriert, mindestens aber 100 pro Tag. Dies ist vorher noch nie passiert. Am schlimmsten war der Sonnabend mit 164 neuen Fällen. Auf 100.000 Bewohner kommen zurzeit 256 Corona-Kranke. Liberec gehört zu den Gebieten mit orangener Färbung, Jablonec, Česká Lípa und Semily sind grün. Seit Frühjahr sind in der Region Liberec 2.790 positive Fälle aufgetreten, 1.376 Personen sind davon aktuell infiziert - viele davon aber ohne Symptome. In der Region verstarben bisher elf Menschen an und mit Corona,  vier davon in den vergangenen zwei Wochen.

Seit Montag herrscht in Tschechien der Notstand, er gilt für 30 Tage. Restriktionen gelten auch für die Durchführung von Gemeinschaftsaktionen. Die Teilnahme im Freien ist auf 20 Personen und in Innenräume auf maximal zehn Personen begrenzt. In Gaststätten dürfen lediglich sechs Personen an einem Tisch sitzen. Der erste Notstand dieses Jahres in Tschechien dauerte 66 Tage, er ging von Mitte März bis Mitte Mai.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag in Tschechien am Montag bei 3.119. Dies ist hierzulande der vierthöchste Tageszuwachs seit dem Beginn der Pandemie. Insgesamt sind seit März ungefähr 85.000 Fälle aufgetreten. Die Gesamtzahl der infizierten Menschen liegt bei über 38.000, im Krankenhaus liegen 1.242 Betroffene, davon haben 265 einen schweren Krankheitsverlauf. Bisher verstorben sind 758 Personen.

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