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"Zittau hat großes Potenzial"

Der Direktor der Regionalgalerie Liberec, Jan Randáček, lebt mit seiner Familie in der Stadt. Nun geht er nach Brüssel. Trotzdem bleibt er Zittau treu.

Jan Randáček vor der Regionalgalerie in Liberec.
Jan Randáček vor der Regionalgalerie in Liberec. © Lin Šerková

Zittau statt Liberec (Reichenberg): Diese Entscheidung traf vor etwa zweieinhalb Jahren Jan Randáček, als er mit seiner Frau eine neue Wohnung suchte. Nun führt der bisherige Direktor der Regionalgalerie in Liberec (Oblastní galerie Liberec) eine neue berufliche Aufgabe nach Brüssel. Sein Zuhause bleibt aber Zittau. Über die Gründe sprach er mit der SZ.

Nach Zittau sind Sie vor allem wegen des günstigen Wohnens gekommen. Sind Sie zufrieden und haben Sie hier noch weitere Vorteile gefunden?

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Wir leben da ganz gut und fühlen uns wohl. Was wir vor allem genießen, ist die Ruhe der Stadt. Mich fasziniert die reiche Geschichte, vor allem auch die tschechische. Man sagt, in anderen Ländern isst man auch Brot. Für uns war es eine gute Wahl. In Liberec sind vielleicht mehr Cafés oder Gaststätten, aber ich sehe ein sehr großes Potenzial in Zittau.

Sie gehen diesen Monat als nationaler Experte nach Brüssel. Welche Aufgaben werden Sie dort haben und wie oft lassen Sie sich in Zittau sehen?

Das Europaparlament besitzt zwischen 500 bis 600 Bilder und Kunstwerke. Sie befinden an mehreren Orten - in Brüssel, Strasbourg, Luxemburg aber auch an verschiedenen öffentlichen Stellen. Diese Sammlungen werde ich verwalten und vergrößern. Mein Vertrag ist auf zwei Jahre befristet und kann für ein oder zwei weitere Jahre verlängert werden. Mit dem Zug sind es nach Zittau 10,5 Stunden, mit dem Auto bin ich um eine Stunde schneller. Jedenfalls will ich die Wochenenden zu Hause mit meiner Familie verbringen.

Frau Lucie und Tochter Zoe bleiben in Zittau.
Frau Lucie und Tochter Zoe bleiben in Zittau. © Lin Šerková

Der Familie bleiben die häufigen Reisen erspart?

Ja. Meine Frau und Tochter bleiben daheim, in Zittau. Meine Frau Lucie lehrt in der Schule, Tochter Zoe besucht die Kita "Kleine Stadtentdecker" am Mandauer Berg. Da ist sie sehr gern. Außerdem haben wir hinter dem historischen Stadtkern ein Wohnhaus gekauft, das wir schon längere Zeit nach und nach sanieren. 

In welcher Sprache sprechen Sie mit Ihrer Tochter? Sie haben mit Deutsch am Anfang etwas gekämpft, ist es schon besser geworden?

Wir sprechen überwiegend tschechisch. Sie reagiert und denkt aber eher Deutsch und auf unsere tschechischen Fragen bekommen wir eine deutsche Antwort. Wenn wir etwas ernst meinen, müssen wir unsere Wünsche auch deutsch formulieren, damit sie erfüllt werden. Zum Beispiel, wenn es um das Aufräumen geht. Bei mir geht es nur langsam voran. Bestimmt verstehe ich schon viel mehr. Aber wenn jemand zu schnell spricht, muss ich mich sehr bemühen.

Sie betreiben den Blog Žijeme v Žitavě (Wir leben in Zittau), der sehr erfolgreich war. Wir läuft diese Initiative jetzt?

Wegen verschiedener Aufgaben und der Arbeit kommen wir nicht mehr so regelmäßig dazu, als in der Zeit, wo meine Frau mit unserer Tochter noch zu Hause war. Wir kommunizieren aber gut über die Facebook-Seite und die Beiträge haben eine große Reichweite. Die Seite wird von mehr als 1.200 Menschen verfolgt. Wir haben versucht, auch den Immobilienmarkt zu motivieren, aber das Interesse von den hiesigen Immobilienbüros war kleiner als wir erwartet haben.

Und unter den Tschechen? In Zittau sollen rund 250 tschechische Familien leben. Erweitert sich die tschechische Gruppe in Zittau? 

Einige Interessenten haben sich schon gemeldet, vor allem aus Liberec und Umgebung, aber auch aus Prag. Und automatisch auch nach Arbeitsmöglichkeiten gefragt. Während der Sommermonate sind, soweit ich weiß, mindesten drei neue Familien gekommen, eine zum Beispiel aus Mladá Boleslav, wo der Mann täglich zur Arbeit in die Automobilfabrik Škoda Auto pendelt. Trotz der Pandemie halten wir zusammen und treffen uns in der Hillerschen Villa. Beim jüngsten Treffen, an dem ich teilnahm, waren wir bestimmt 15.

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