merken
PLUS Zittau

Was die grenzenlose Wissenschaft vorhat

Fraunhofer Institut und TU Liberec arbeiten künftig zusammen, wenn's um nachhaltige Verfahren, intelligente Werkstoffe und anderes geht. Davon profitiert auch Zittau.

Eine Regierungsdelegation beider Länder hat sich wegen der Kooperation von Wissenschaftlern beider Nachbarländer an der TU Liberec umgesehen.
Eine Regierungsdelegation beider Länder hat sich wegen der Kooperation von Wissenschaftlern beider Nachbarländer an der TU Liberec umgesehen. © TUL (Archiv)

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš und sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) haben jetzt die Labore der TU Liberec (Reichenberg) besucht. Grund war die geplante Kooperation von Wissenschaftlern beider Länder. Die künftige enge Zusammenarbeit umfasst die Bereiche nachhaltige Industrieverfahren, Nanotechnologien, intelligente Werkstoffe und 3-D-Druck, der auch von der Fraunhofergesellschaft in Zittau erforscht wird. Darüber hinaus wollen sich die Wissenschaftler mit der Gewinnung von Lithium und Krebsbekämpfung beschäftigen.

Michael Kretschmer steht der Kooperation sehr positiv gegenüber, für die Grenzregionen erwartet er viele neue Impulse. Dafür hat die Bundesregierung zwei Millionen Euro zugesagt. "Unter der Bedingung, dass die tschechische Seite die gleiche Summe beisteuert", berichtet Reimund Neugebauer, Präsident der Frauenhofer-Gesellschaft. 

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Lange Tradition bei Zusammenarbeit

Miroslav Březina, Rektor der Liberecer Uni erinnerte daran, dass die Zusammenarbeit der tschechischen Universität mit Deutschland, vor allem mit Sachsen, auf eine lange Tradition zurückblickt. "Mit den sächsischen Partnern haben wir derzeit mehrere Projekte am Laufen, zehn wurden inzwischen abgeschlossen." Mit dem Fraunhofer-Institut in Zittau wird gerade am 3-D-Druckverfahren für eine präzise und effektive Serienproduktion gearbeitet. Eine intensive Kooperation gibt es mit der Hochschule Zittau/Görlitz, der TU Dresden und der Ostbayrischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden.

Im Zuge der Zusammenarbeit entstand eine interaktive Landkarte, aber auch Wasserläufe, Brunnen, Heilwässer und Heilwasserquellen im Grenzgebiet erforschten die Wissenschaftler. 

Atom-Müll und Wasserstoff sind Themen

Das erste Projekt mit der Liberecer Uni hat zum Ziel, herauszufinden, wie Wasserstoff in den konventionellen Verbrennungsmotoren genutzt werden kann. Das zweite Thema ist die Lagerung von radioaktivem Abfall. "Hier arbeiten wir langfristig mit der Verwaltung von Atommülllagern zusammen, diese Problematik könnte zum Beispiel der Ausrichtung vom Forschungszentrum Helmholtz in Dresden entsprechen", so der Rektor.

Die Reinigung und Filtrierung des kontaminierten Wassers, Erhaltung der Naturgewässer oder die Suche nach neuen Quellen und Wasserversorgung der Einwohner sind weitere Anliegen, welche die Wissenschaftler gemeinsam angehen wollen. "Solange wir auf beiden Seiten Hochschulen und Forschungsinstitute haben, die zur Kooperation bereit sind, ist es wichtig, diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit stets am Leben zu halten", sagt Michael Kretschmer.

Laut TU-Liberec-Sprecher Radek Pirkl funktioniert die grenzüberschreitende Kooperation der Wissenschaftler seit fünf Jahren schon bei Lehrgängen über Technologien in der Kunststoffverarbeitung. "Neben den Schulen nahmen an diesem Projekt auch kunststoffverarbeitende Betriebe jenseits und diesseits der Grenze teil."

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau