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Dreiländereck erhält neue Polizeistation

Das ehemalige Zollamt am Hradeker Grenzübergang wird umgebaut. Dort arbeiten künftig Deutsche und Tschechen zusammen - im Kampf gegen Kriminelle.

Anfang 2020 gab's ein gemeinsames Treffen: Botschafter Christoph Israng, Bürgermeister Josef Horinka, Hejtmann des Kreises Liberec Martin Puta, Polizeipräsident André Hesse, OB Thomas Zenker, Polizeipräsident Jan Svejdar (von links).
Anfang 2020 gab's ein gemeinsames Treffen: Botschafter Christoph Israng, Bürgermeister Josef Horinka, Hejtmann des Kreises Liberec Martin Puta, Polizeipräsident André Hesse, OB Thomas Zenker, Polizeipräsident Jan Svejdar (von links). © Markus van Appeldorn

Die Region Liberec (Reichenberg) gibt 3,5 Millionen Kronen (rund 140.000 Euro) aus, um eine gemeinsame deutsch-tschechische Polizeistation am ehemaligen Grenzübergang Hrádek nad Nisou (Grottau) zu errichten. "Auch Polen könnten sich in Zukunft dem Projekt anschließen", sagt Hauptmann Martin Půta. Die Polizei wird die Räume mieten, sich aber an den Kosten für die Sanierung des Gebäudes nicht beteiligen. Diese übernimmt die Stadt Hrádek.

Das neue Büro entsteht im ehemaligen Zollamt, das seit 2007 nicht mehr als solches genutzt wird. In den letzten Jahren befanden sich dort ein Restaurant und ein Casino. Der Hradeker Bürgermeister Josef Horinka schätzt, dass der Umbau des Gebäudes aus den 1930er Jahren fast 10 Millionen Kronen (400.000 Euro) kostet. Die Stadt zahlt die Hälfte, rund 1,5 Millionen Kronen sollen aus einem Umweltprogramm gefördert werden. Das betrifft den Austausch der Türen und Fenster, für die Heizung ist eine Wärmepumpe vorgesehen.

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In der gemeinsamen Polizeistelle sollen nicht nur die Grenzpolizisten, sondern auch Beamte aus den Bezirksabteilungen sitzen. Täglich könnten dort bis zu zehn Mitarbeiter im Einsatz sein. Laut Josef Horinka werden sie von dort aus die Grenze von Jablonné v Podještědí bis zum Friedländer Zipfel betreuen. Als Vorbild für das Projekt dient die gemeinsame Polizeistation in Ludwigsdorf an der deutsch-polnischen Grenze.

Der Hradeker Bürgermeister begrüßt das neue Vorhaben. "Wenn eine solche Polizeistelle hier entsteht, bringt es den Bewohnern ein besseres Sicherheitsgefühl und mehr Ruhe in die Stadt." Nach Angaben von Josef Horinka befindet sich die Grenzstadt mit 8.000 Einwohnern auf der Transitroute, auf der gestohlene Autos nach Osteuropa transportiert werden. Ein weiteres Problem stellen Drogen dar. Zutaten und Medikamente zur Herstellung werden aus Polen nach Hrádek gebracht und dann weiter nach Deutschland geliefert. "Es ist kein Geheimnis, dass Hrádek an einem Drogenkreuz steht", so der Bürgermeister.

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