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Touristen müssen in Harrachov mehr zahlen

Die Stadt im Riesengebirge hat die entsprechende Steuer erhöht. Davon sollen auch die Gäste profitieren.

Blick auf das Riesengebirge.
Blick auf das Riesengebirge. © Rolf Ullmann (Archiv)

Der tschechische Urlaubsort Harrachov (Harrachsdorf) möchte besser vom Tourismus profitieren. Ab nächstem Jahr steige darum die Übernachtungssteuer von 21 auf 30 Kronen (0,79 Cent auf 1,13 Euro) pro Nacht und Bett. Eine erste Erhöhung von 18 auf 21 Kronen laufe schon jetzt, wie die Stadt mitteilte. Wegen der Pandemie kam durch Touristen dieses Jahr aber viel weniger Geld in die Kasse als in früheren Jahren.

"2019 waren es sechs Millionen Kronen, über 215.000 Euro. In diesem Jahr haben sich die Einnahmen bedeutend verringert. Zurzeit sind wir, trotz der höheren Steuer nur bei 70 Prozent von dieser Summe", sagte Bürgermeister Jaroslav Čech. Er rechtfertigte zugleich die Steuer. "Überall in der Welt ist es üblich, dass von den Touristen pro Tag 1,5 bis zwei Euro in die Stadtkasse fließen. Wir können nicht viel günstiger sein, wenn wir bessere Dienstleistungen und neue Angebote sicherstellen wollen", begründet er.

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Die Riesengebirgsstadt Harrachov hat 1.400 Einwohner, in der Saison besuchen aber täglich bis zu 11.000 Gäste die Kleinstadt. Es seien Gäste aus dem Inland, aber auch viele Deutsche und Polen. Dieses Jahr kamen wegen der Corona-Krise aber viel weniger Menschen. "Statt der Urlauber kommen nur Tagesbesucher, mit eigener Verpflegung im Rucksack", so Čech.

Auch Daten von Privaten sollen einfließen

Laut Stadtverwaltung wurden bislang nur die Übernachtungen von Hotels und Pensionen in der Statistik erfasst. Laut einem neuen Beschluss des Finanzministeriums sollen nun auch die Daten von privaten Quartiergebern wie Ferienwohnungsbesitzern einfließen, über die man bisher keinen genauen Überblick hatte. Die Liste der Übernachtungseinrichtungen wurde deswegen aktualisiert. Die Stadt nahm stichprobenartig auch Angebote auf einer beliebten und bekannten Buchungsplattform unter die Lupe, auf der viele Touristen eine Unterkunft suchen würden. Dabei bestätigte sich, dass viele Apartmenthausbesitzer, die Ferienwohnungen vermieten, keine Gebühren an die Stadtkasse zahlen.

Den Betreffenden wurde die Möglichkeit gegeben, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, sich freiwillig bis Ende November im örtlichen Fiskalsystem zu registrieren. Das zusätzliche Geld solle nicht für die laufenden Ausgaben der Stadt, sondern für die Entwicklung neuer touristischer Angebote verwendet werden, so die Verwaltung. Das Wintersportzentrum Harrachov sei in einer komplizierten finanziellen Lage, die mit in über 27 Jahren angehäuften Schulden zusammenhänge. Darum laste die Modernisierung der maroden Großschanze auf den Schultern von Staat und tschechischem Skiverband.

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