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Millionen-Schäden nach Hochwasser

Das Unwetter vom Wochenende hat in Tschechien vor allem Nordböhmen getroffen. Liberec bittet den Staat um Hilfe, Einwohner können Soforthilfe bekommen.

Der Dreiländereckt-Punkt an der Neiße: Die Wiese ist noch teilweise überflutet. Der Pegelstand des Flusses wird weiter beobachtet.
Der Dreiländereckt-Punkt an der Neiße: Die Wiese ist noch teilweise überflutet. Der Pegelstand des Flusses wird weiter beobachtet. © Petra Laurin

In der Region Liberec (Reichenberg) herrscht auch nach dem Hochwasser vom Wochenende noch Alarmstufe 1. Die Pegelstände der Flüsse werden von Einwohnern und Feuerwehrleuten kritisch beäugt - vor allem die der Lausitzer Neiße und die Ploučnice (Polzen) bei Mimoň (Niemes). Der Grund dafür ist der verstärkte Abfluss aus der Talsperre in Harcov (Harzdorf), die in einem Ortsteil von Liberec liegt. "Zurzeit droht keine aktuelle Gefahr und das Wetter ist auch günstig", sagt Jakub Sucharda, Sprecher des Feuerwehr- und Rettungsdienstes der Region Liberec.

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Der Regen am Wochenende war landesweit in Nordböhmen am intensivsten - mit Folgen. So mussten Bewohner von Dobranov und Písečná in der Nacht zum Sonntag evakuiert werden. Der Verkehr auf der internationalen Bahnstrecke zwischen Děčín (Tetschen) und Bad Schandau war mehrere Stunden unterbrochen. Vom Hochwasser betroffene Gemeinden bei Hrádek (Grottau), im Friedländer Zipfel und Bezirk Děčín haben erst am Montag mit der Reinigung und der Erfassung der Schäden beginnen können.

Auf bereits Dutzende Millionen Kronen schätzt diese allein die Stadt Liberec. "Das Hochwasser beschädigte die Infrastruktur im Zentrum, zum Beispiel beim Zoologischen Garten", berichtet Sprecherin Jana Kodymová. Dort stand auch am Montag das Wasser noch auf der Straße.

Oberbürgermeister Jaroslav Zámečník will nun den Staat um eine Finanzhilfe bitten. Konkret stehen Verhandlungen mit dem Minister für Industrie, Handel und Verkehr Karel Havlíček und der Ministerin für Regionalentwicklung Klára Dostálová dazu an. Er möchte sich auch an Ministerpräsident Andrej Babiš wenden. "Die endgültige Schadenshöhe werden wir in den kommenden Stunden und Tagen wissen", sagt er. Schon jetzt sei klar, dass die Beseitigung aller Folgen eine außerordentliche Belastung des Stadtbudgets bedeuten würde. "Wir schätzen, dass wir mindestens 70 Millionen Kronen (über 2,7 Millionen Euro) brauchen werden."

Beschädigte Häuser und Straßen gibt's auch in Jablonné v Podještědí (Deutschgabel). Allein bis Sonntagmorgen musste die Feuerwehr zu 140 Einsätzen ausrücken. Noch am Abend pumpten Kameraden Wasser aus den Kellern, beispielsweise in Hrádek.

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Einwohner aus Nordböhmen können nun beim Staat eine außerordentliche finanzielle Unterstützung beantragen. Um die Auswirkungen der Überschwemmungen zu überwinden, stehen für sie jeweils bis zu 57.900 Kronen (2.270 Euro) Soforthilfe bereit. In den Gemeinden Dolní Poustevna (Niedereinsiedel) und Lobendava (Lobendau) direkt an der Grenze zu Sachsen kümmern sich mobile Beamtenteams vor Ort darum. Hier hat der überflutete Luční potok (Wiesenbach) beträchtliche Schäden hinterlassen.

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