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Kliniken bereiten sich auf Ernstfall vor

In der tschechischen Bevölkerung wächst der Unmut gegen die Corona-Maßnahmen - und die Zahl der Infizierten. Sächsische.de erlebte das in Rumburk.

Blick auf die Klinik Rumburk.
Blick auf die Klinik Rumburk. © Steffen Neumann

Die junge Frau auf dem Hauptplatz von Rumburk (Rumburg) weiß nicht so recht, wie ihr geschieht. „Ich muss jetzt erst einmal nicht mehr auf Arbeit“, sagt sie und nickt in Richtung des Cafés gegenüber. Das hat seit Mittwoch geschlossen. Wie alle Cafés, Restaurants und Bars ist ein Verkauf nur noch über die Straße möglich. Das geht mit deutlich weniger Personal. Einen Sinn sieht die Frau in der Schließung nicht. „Diese Maßnahmen sind völlig übertrieben“, sagt sie und meint, sie kenne niemanden, der von Covid-19 betroffen ist, und ihre Begleiter, die bei ihr stehen, nicken bestätigend.

Grundschulen geschlossen

Ganz anders Frau Hana. Sie ist mit ihrem Enkel unterwegs und fällt auf, da sie auch auf der Straße eine Maske trägt. Bisher ist in Tschechien nur in Innenräumen sowie an Haltestellen die Maske Pflicht. „Diese strengen Maßnahmen sind nötig“, findet sie für das Vorgehen der Regierung nur Worte der Zustimmung. Seit Mittwoch dürfen sich auch nur noch maximal sechs Menschen treffen. Außerdem sind nun auch die Grundschulen geschlossen.

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Wie auf dem Platz in Rumburk sieht es in ganz Tschechien aus. Die Gesellschaft ist gespalten. Das Vertrauen in die Regierung ist auf einen Tiefstwert gesunken. Die Bereitschaft, wiedererlangte Freiheiten aufzugeben und sich gegen den Coronavirus zu schützen, ist gering und nicht zu vergleichen mit der großen Solidaritätswelle im Frühjahr. Doch die Infektionszahlen erreichen jeden Tag immer neue Höchststände. Am Mittwoch voriger Woche waren es in ganz Tschechien 9.544 neue Fälle. Nordböhmen ist zwar für tschechische Verhältnisse kein Hotspot. Doch die Zahlen sind mit dem benachbarten Sachsen nicht vergleichbar. Auch im Kreis Most, jenem mit den niedrigsten Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, steht dieser Wert inzwischen bei 148. In den anderen Kreisen des Bezirks Ústí liegen sie deutlich über 200, in Litoměřice (Leitmeritz) sogar bei 413. Und der Anstieg ist längst nicht gestoppt, wie die Bezirkshygienestation berichtet.

Hilfe aus Sachsen

Zwar haben die Krankenhäuser noch ausreichend freie Betten und ist auch die Personaldecke noch stark genug. Mit einem Aufruf an Freiwillige, sich für eine Mitarbeit in nicht medizinischen Berufen zu melden, sorgen die Krankenhäuser aber schon für den Ernstfall vor. Außerdem liegt ein Angebot der sächsischen Staatsregierung zur Übernahme von Akutpatienten aus dem Bezirk Ústí vor. „Die Kosten würde zu einem Teil die tschechische Versicherung und zum anderen Teil die sächsische Regierung tragen“, sagte Bezirkshauptmann Oldřich Bubeníček dem Radiosender Český Rozhlas.

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