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Ehrung für die Meister der Krippen-Kunst

Die Gräber der Krippen-Schnitzer aus Jiříkov bei Neugersdorf existieren nicht mehr. Die alten Meister werden aber nicht vergessen.

Der stellvertretende Bürgermeister Jindřich Jurajda hat die Tafel enthüllt, unter den Augen von Interessierten und Mitgliedern des Krippenvereins.
Der stellvertretende Bürgermeister Jindřich Jurajda hat die Tafel enthüllt, unter den Augen von Interessierten und Mitgliedern des Krippenvereins. © Petra Laurin

Eine Gedenktafel auf dem Friedhof in Jiříkov (Georgswalde) bei Neugersdorf erinnert ab sofort an die berühmte Krippenbauertradition des Schluckenauer Zipfels. Am Freitag hat sie der stellvertretende Bürgermeister Jindřich Jurajda enthüllt. Anteil daran trägt der örtliche Krippenverein. "Weihnachtskrippen beeinflussen die Kultur nicht nur hier im Ort, sondern weit hinaus über die Grenzen, die lange Geschichte wurde erst durch die Nachkriegsvertreibung der Deutschen unterbrochen", erklärt der Vorsitzende des Vereins Odlřich Podzimek.

Die Gedenktafel befindet sich an Innenseite der Friedhofsmauer, rechts vom Eingangstor. Sie erinnert an Josef Diessner (1867-1945) alias "Bauerntois", den ersten Kunstschnitzer in Georgswalde, an Josef Kunert (1865-1920), bekannt als "Musikalischer Wirt" und Schöpfer der größten beweglichen Weihnachtskrippe in Georgswalde mit 350 Figuren, an Franz Josef Krebs (1831-1896), Gründer der Weihnachtskrippenfirma Firma Krebs & Sohn in Georgswalde und Hersteller der Schrankkrippen und seinen Sohn und Nachfolger Josef Krebs (1860-1940).

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Die Gedenkplatte hat Odlřich Podzimek entworfen und Dagmar Kopečná-Bosáková angefertigt. Die Kosten übernahm die Stadt. "Wir unterstützen gern die Krippenbauer, haben ihnen auch im historischen Gebäude der ehemaligen Sparkasse Räume für ihre Tätigkeit und Ausstellungen zur Verfügung gestellt", so Bürgermeister Josef Maják. Der Verein brachte zuvor schon die Broschüre "Auf den Spuren der Krippenbauer und Schnitzer von Jiříkov" heraus. Er hat 42 Mitglieder, ein Drittel davon waren bis vor Kurzem Kinder. "Corona hat uns viele weggenommen, während des Lockdowns fanden sie ein anderes Hobby", berichtet Odlřich Podzimek, der sich 2021 auf eine landweite Ausstellung von Kinderkrippen vorbereitet. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer bis zu 120 Krippen von Kindern vor Weihnachten zusammengetragen."

Odlřich Podzimek hat den Verein mit acht Freunden vor sechs Jahren gegründet. Eine Enge Zusammenarbeit haben die Krippenbauer mit Gleichgesinnten in Schirgiswalde. Gemeinsam konnten sie schon viele Krippenschätze retten. Der Verein besitzt Werke von alten und heutigen Meistern in verschiedenen Techniken und Materialien gefertigt: Glas, Ton, Holz und Zinn kamen zum Einsatz. König der Krippenbauer in Schluckenau ist jedoch Eduard Kindermann. Dessen Krippe hat der Verein restauriert. Sie ist dessen wertvollster Besitz. Die noch heute zu sehnende Form stammt von 1932, ihren Ursprung hat die Krippe aber 1923. Damals feierte Schluckenau sein 700-jähriges Bestehen.

Auf der Tafel stehen die Namen von verstorbenen Krippenschnitzern aus Jiříkov.
Auf der Tafel stehen die Namen von verstorbenen Krippenschnitzern aus Jiříkov. © Petra Laurin

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