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Liberec: Roboter wirbt für Kulturhauptstadt

Die nordböhmische Metropole bewirbt sich um den Titel für 2028, auch mithilfe von Zittau. Inzwischen gibt's weitere Kandidaten.

Der erste sprechende Roboter Tschechiens Thespian kommuniziert in 20 Sprachen.
Der erste sprechende Roboter Tschechiens Thespian kommuniziert in 20 Sprachen. © Stadt

Roboter Thespian wird Sprecher für Liberec' (Reichenbergs) Bewerbungskampagne zur Kulturhauptstadt Europas 2028. Er ist das wertvollste Exponat von IQ Landia, "Er ist empathisch, kommuniziert Englisch und auch in allen Sprachen unserer Nachbarn", erklärt Markéta Sabáčková, Leiterin des Liberecer Fremdenverkehrs. "Außerdem ist er unermüdlich, braucht keine Impfung oder Maske." Locker und innovativ soll auch die gesamte Bewerbungsstrategie sein, die bis Juni fertig wird.

In der dazugehörigen Mappe sind alle Visionen, Ziele sowie Probleme zusammengefasst. Dafür investiert die Stadt rund eine Million Kronen (fast 39.000 Euro). Ebenso viel soll die Vorbereitung der Anmeldung kosten. Die grundlegende Vision des gesamten Projekts sei die Kultur. "Zur kreativen Industrie gehören in der Region an die 5.000 Einrichtungen, davon rund 50 bis 60 Schlüsselspieler, wie Theater, Museum, IQ Landia oder Zoo", sagt Markéta Sabáčková.

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Bei der Kandidatur setzt Liberec auf bekannte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Die zwölf Botschafter sollen das Vorhaben weit und breit bekannt machen. Die erste Hälfte ist schon bekannt. Die restlichen Namen werden noch geheim gehalten. Nur so viel: Zwei Frauen sind darunter. Die letzte Persönlichkeit wird bis Ende April öffentlich gesucht. "In einem Motivationsschreiben muss sie erklären, womit sie uns bei der Kandidatur nützlich sein kann", erklärt Markéta Sabáčková.

Weitere Kandidaten im Rennen

Schon jetzt sucht Liberec die Unterstützung bei seinem ausländischen Partner. "Zittau ist für uns eine wertvolle Quelle von Informationen und Erfahrungen", so Stadtsprecherin Jana Kodymová. Die erste Idee zur Kandidatur entstand vor zweieinhalb Jahren. Damals war Zittau gerade in der Vorbereitung auf die eigene Kandidatur.

Der Kulturhauptstadt-Titel soll die Vielfalt und Zusammengehörigkeit Europas zeigen. Den verleiht die Europäische Union seit 1985 jedes Jahr. Damit werden Städte und Regionen ausgezeichnet, die durch partizipative und nachhaltige Konzepte ihre kulturellen Besonderheiten erfahrbar machen. "Das heißt, Reichtum und Vielfalt Europas aufzeigen und das Zugehörigkeitsgefühl zu einem gemeinsamen Kulturraum stärken", sagt Bürgermeister Jaroslav Zámečník. Inzwischen sind noch weitere potenzielle Gegenkandidaten, wie Brno, Broumov oder České Budějovice im Spiel. Im Wettbewerbsverfahren um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" in Deutschland hatte sich Chemnitz durchgesetzt. An dem nahm auch Liberec' Partnerstadt Zittau teil.

In Tschechien gewann den Titel 2000 Prag und 2015 Pilsen. Beide Städte bestätigten, dass er dazu beitrug, dass sich die Bewohner deutlich mehr an dem kulturellen Leben beteiligten. Die Städte verzeichneten auch eine Rekordzahl von Touristen - ein Trend, der mehrere Jahre anhielt. Zum Beispiel kamen nach Pilsen 2015 etwa 3,4 Millionen Besucher, die Hotels meldeten einen 30 prozentigen Anstieg der Übernachtungen, fast 700 neue Arbeitsplätze entstanden. Jeder investierte Euro brachte 1,67 Euro. Zusätzlich bedeutet der Titel eine hervorragende Gelegenheit, um die Stadt zu erneuern und das internationale Image zu stärken.

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