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Neuer Naturpark an der Grenze zu Sachsen

Bürgermeister von fünf Gemeinden nahe Komotau fordern besseren Schutz für Flora und Fauna. Darin sehen sie eine Chance für die Region.

Blick auf eine Erzgebirgswiese auf der deutschen Seite der Grenze. Fünf tschechische Gemeinden bereiten jetzt einen Antrag vor.
Blick auf eine Erzgebirgswiese auf der deutschen Seite der Grenze. Fünf tschechische Gemeinden bereiten jetzt einen Antrag vor. © Egbert Kamprath

Der Schutz der Weiden und Wiesen sowie ihrer Raine und Steinkuppen liegt fünf Gemeinden auf der tschechischen Seite des mittleren Erzgebirges am Herzen. „Diese Landschaft steht derzeit unter keinem Schutz, aber für den Wasserhaushalt sind sie von entscheidender Bedeutung“, sagt Iveta Rabasová Houfová, Bürgermeisterin von Blatno (Platten), eines Dorfes nordwestlich von Chomutov (Komotau).

Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Hora Svatého Šebestiána (Sankt Sebastiansberg), Kalek (Kallich), Boleboř (Göttersdorf) und Výsluní (Sonnenberg) bereitet sie einen Antrag beim Bezirk Ústí (Aussig) vor, das Gebiet der fünf Gemeinden auf einer Fläche von 170 Quadratkilometer an der Grenze zu Sachsen zum Naturpark zu erklären. Ein Naturpark ist die niedrigste Form des Naturschutzes. Seine Gründung erfolgt durch den jeweiligen Bezirk. Ein Naturpark legt den Schwerpunkt auf den Schutz aus Sicht der Natur und der Ästhetik. Besteht ein Naturpark, müssen seine Belange bei Genehmigungsprozessen einbezogen werden.

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Ein besserer Schutz des Erzgebirges ist immer wieder Thema. Spätestens seit die Unesco der Montanregion Erzgebirge den Weltkulturerbetitel zuerkannt hat, kommt Bewegung in das Vorhaben. Zwar wird das böhmische Erzgebirge als Ganzes nicht geschützt. Es bestehen aber vier Naturreservate, einzelne Naturdenkmäler sowie FFH-Vogelschutzgebiete. Die Gebiete schützen auch die für das Erzgebirge so typischen Hochmoore. Dort leben seltene Pflanzen- und Tierarten wie das Birkhuhn.

Mit der neuen Bezirksführung, die seit Herbst regiert, gibt es nun auch eine politische Kraft, die sich für einen besseren Schutz einsetzt. Die kleinste Koalitionspartei „Spojenci pro kraj“ hat die Forderung nach einem Landschaftsschutzgebiet im Programm. Sie sieht in den Plänen zum Bau von Windparks und großem Solarkraftwerken eine Bedrohung für die Natur.„Die Schaffung eines Landschaftsschutzgebietes wäre eine Chance für die Erzgebirgsregion, die leider sehr vernachlässigt wurde“, sagt Jiří Řehák von Spojenci pro kraj, der stellvertretender Bezirkshauptmann und zugleich für Kultur und Tourismus verantwortlich ist.

Er möchte nicht nur in der Bezirksregierung, sondern auch beim Bezirk Karlovy Vary (Karlsbad) und bei den Bürgermeistern der Region um Unterstützung werben.Die Ernennung eines Landschaftsschutzgebiets ist Sache des Umweltministeriums. Im Bezirk Ústí werden auf diese Weise bisher das Böhmische Mittelgebirge und das Elbsandsteingebirge geschützt. Außerdem besteht seit dem Jahr 2000 der Nationalpark Böhmische Schweiz als höchste Form des Schutzes. Auf sächsischer Seite gibt es den Naturpark Erzgebirge/Vogtland.

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