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Verschwundene Gebäude im Mini-Format

Aus Schachteln und Holz baut Radka Pimminger Modelle abgerissener Berghütten im Isergebirge nach. Dazu gehört das Misthaus von Gustav Ginzel.

Radka Pimminger (Mitte) zeigt ihre Modelle von Isergebirgshäusern gern in Ausstellungen.
Radka Pimminger (Mitte) zeigt ihre Modelle von Isergebirgshäusern gern in Ausstellungen. © Vladimíra Dvoráková

Das Isergebirge – für Radka Pimminger ist es eine Herzensache. Dort ist sie aufgewachsen, dort kennt sie jeden Winkel. In den vergangenen Jahren widmete sich die gebürtige Pragerin einer besonderen Mission. Sie baute verschwundene Berghütten und andere Gebäude des Isergebirges im Miniaturformat nach. Nach alten Ansichtskarten, Heimat- und Jahresbüchern schuf Radka Pimminger originalgetreue Modelle dieser Gebäude. Ihr Anliegen: die Schönheit zu zeigen und an die Menschen zu appellieren. „Ich wünsche mir, dass sie die Besonderheit der Landschaft wahrnehmen und mit Respekt genießen“, sagt sie.

Radka Pimminger verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Friedrichswald, heute Bedøichov. Sie interessiert nicht nur die typische Isergebirgsarchitektur, sondern auch das Schicksal der einstigen Bewohner. Sie selbst ging nach 1968 nach Österreich, wo sie später heiratete. Das Heimweh nach dem Isergebirge war immer groß. Alle Traumreisen, egal ob in den Himalaya oder Island, brachten die gleiche Erkenntnis: Heimat hat man nur eine. „Nirgendwo waren die Wälder so mystisch und das Gras so weich, wie im Isergebirge“, behauptet sie.

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Kurz nach der Wende kaufte sie in Janov nad Nisou (Johannesberg)/Velký Semerink (Groß Semmering) ein Haus. Seitdem pendelt sie zwischen Linz und Janov hin und her. Das Haus, etwas abseits von der Zivilisation, ist gleichzeitig ihre Werkstatt. Als Material nutzt sie Holz aus dem Wald und Restmüll. „Zweige, Äste oder stabile Kartons vom Katzenfutter“, sagt sie. An einem Modell hat sie bis zu sechs Monaten zu tun. Die Pimmingers haben keinen Fernseher. „Sonst würden wir gar nicht zur Arbeit kommen“, so die Modellbauerin.

Beruflich war sie im Gesundheitswesen beschäftigt, zuerst half sie Babys auf die Welt, später pflegte sie alte Menschen. Mit dem Bau der Hütten begann Radka Pimminger erst als Rentnerin. Ihre Sammlung umfasst mittlerweile 17 Häuser, vor allem aus Bedøichov und Jizerka (Klein Iser). Mit allen Details – mit Bettdecken, die im Garten auslüften, mit Blumen auf Fensterbrettern oder mit Werkzeug ringsum. Das berühmte Misthaus von Gustav Ginzel hat sie sogar zweimal gebaut. Das erste spiegelt die Zeit vor Ginzel wider, das zweite zeigt die Note, die er dem Gebäude aufgedrückt hatte, ehe es niederbrannte. In der Sammlung findet man auch das Gasthaus Pyramide, ein ehemaliges Zollhaus und das Schwimmbad in Friedrichswald, das nicht mehr existiert. Das Isergebirgsmuseum in Jizerka will die Modelle 2021 zeigen.

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