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Sperrung der Edmundsklamm

Hunderte Bäume drohen in die Schlucht zu stürzen. Auch die Wilde Klamm in der Böhmischen Schweiz ist zu.

© Symbolfoto: Eric Weser

Die Edmundsklamm in der Böhmischen Schweiz bleibt bis Mitte April gesperrt. Auch der Zutritt zur Wilden Klamm ist verboten. Der Nationalpark Böhmische Schweiz hatte die Sperrung beim Magistrat Děčín beantragt, weil infolge Borkenkäferbefalls ein großflächiger Baumbruch droht. Bäume oder Äste könnten auch auf die Wanderwege in der Schlucht oder in die für den Bootsverkehr angestaute Kamenice (Kamnitz) fallen.

„Wir wissen von über 1.000 abgestorbenen Fichten. Nicht alle müssen jetzt abgeholzt werden. Aber wir haben ein Gutachten, dass ein Bruch bei rund 300 Bäumen droht“, sagt Nationalparksprecher Tomáš Salov.

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Die Fällung der Bäume ist allerdings nicht mit normalen Abholzungen zu vergleichen. „Die Arbeiter müssen sich zu fast jedem Baum abseilen. Die Bäume müssen außerdem durch eine Seilwinde gesichert werden, damit sie nicht in die Schlucht fallen“, erklärt Salov. Außerdem muss auch das Wetter mitspielen.

Damit wird sich der Start der Bootsfahrten in den Klammen in diesem Jahr sicher verspäten. Traditionell beginnt die Saison hier zu Ostern, das dieses Jahr auf Anfang April fällt. Allerdings spielt auch die Pandemiesituation eine Rolle.

Soorgrund bleibt länger geschlossen

Aber auch nach dem 15. April werden noch nicht alle Zugangswege in die Klammen geöffnet. Langfristig geschlossen bleibt der Weg von Mezní Louka (Rainwiese) durch den Soorgrund zur Wilden Klamm. Gerade in diesem Tal sind die Fichtenwälder am stärksten vom Borkenkäfer betroffen und abgestorben. „Der Weg wird mindestens eine Saison, wenn nicht sogar zwei, gesperrt bleiben“, erklärt Sprecher Salov.

Der Nationalpark Böhmische Schweiz fällt allgemein nicht alle vom Borkenkäfer befallenen Bäume. In Gebieten, wo keine Gefahr für Touristen besteht, überlässt der Nationalpark die Natur sich selbst. Das gilt vor allem für die Ruhezone, die nur auf markierten Wanderwegen betreten werden darf.

2020 weniger Touristen

Der Nationalpark verzeichnete 2020 einen Rückgang der Besucherzahlen um 20 Prozent auf etwas weniger als eine Million. Vor allem ausländische Touristen blieben weg, wurden teilweise aber durch inländische Besucher ersetzt. Deutlich höher waren die Besucherzahlen aber in den Sommermonaten Juli und August.

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