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Die Tücken einer Einreise nach Tschechien

Wer seinen Urlaub in Corona-Zeiten im Ausland plant, muss sich in einigen Ländern online anmelden. Ein Praxistest für das tschechische Nachbarland.

Wer sich länger als 24 Stunden in Tschechien aufhält, muss sich über ein Online-Einreiseformular anmelden.
Wer sich länger als 24 Stunden in Tschechien aufhält, muss sich über ein Online-Einreiseformular anmelden. © Steffen Unger

Urlaubsvorbereitung in Zeiten von Corona bedeuten Stress. Der beginnt schon bei der Suche nach den aktuell im Urlaubsland geltenden Einreiseregeln. Hilfreich sind da die Mitteilungen des Auswärtigen Amtes. Online findet der Urlauber in Spe dort alles, was er bei der Einreise und dem Aufenthalt im Ausland beachten muss.

Wer zum Beispiel ins Nachbarland Tschechien reisen will, darf nicht einfach so rüber. Ein Aufenthalt länger als 24 Stunden zählt nicht mehr zum kleinen Grenzverkehr. Man muss sich vorher online über ein Einreiseformular anmelden. Und das ist in der Praxis gar nicht so einfach und zeitaufwändig, wie ein Test zeigt.

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Das Einreiseformular für Tschechien findet man unter anderem auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Das gilt auch für die anderen Länder mit Online-Einreiseanmeldung.

Die entsprechende Seite ist schnell gefunden, das Formular ebenfalls. Doch dann wird es schwieriger. Auf der Internetseite finden sich die entsprechenden Regelungen nur auf Tschechisch und Englisch. Die Seite kann man zwar ins Deutsche übersetzen lassen. Im Praxistest will das aber einfach nicht funktionieren. Sollte das passieren, nicht versuchen, das Formular auf Tschechisch oder Englisch auszufüllen. Immer warten, bis die Seite ins Deutsche übersetzt wird. Nach 15 Minuten gelingt das dann auch.

Pflichtfelder unbedingt ausfüllen

Abgefragt werden Name, Zweitname, Vorname, Personalausweis-Nummer, Geburtsdatum. Dort lauert die nächste Schwierigkeit. Das Datum einfach eintragen, geht nicht. Es muss der vorgegebene Kalender verwendet werden. Dann noch die Nationalität. Hier wieder Vorsicht. Nicht selbst eintragen, sondern ebenfalls aus der zur Verfügung stehenden langen Liste auswählen. Außerdem wird abgefragt, wo man sich zuletzt aufgehalten hat. Auch hier wieder die Länderliste durchsuchen und beim entsprechenden Land ein Häkchen setzen. Dann werden Telefonnummer und E-Mail-Adresse abgefragt. Da lauern die nächsten Tücken, wie der Praxistest gleich zeigen wird.

Abgefragt werden zudem das Einreisedatum und womit man einreist. Auch hier nur die Daten aus dem vorgegebenen Menü verwenden. Und dann muss noch mindestens eine Adresse angegeben werden, an der man sich in Tschechien aufhalten will. Keine falschen Adressen eingeben, die erkennt das System offenbar. Am besten tatsächlich die vom Urlaubsquartier. Die Vermieter in Tschechien sind über die Bestimmungen informiert und es gibt auch Fälle, wo die Online-Anmeldung beim Check in vorgelegt werden muss. Dann plötzlich, mitten beim Ausfüllen: Zum zweiten Mal ploppt ein Fenster auf. "Sie befinden sich auf einer unsicheren Seite. Antivirenkiller kaufen", steht da zum Beispiel geschrieben. Hände weg. Einfach wegklicken. Noch fünf Mal erscheint diese Sicherheitswarnung, von der man sich besser nicht irritieren lässt.

Landesvorwahl nicht vergessen

Alles ausgefüllt, fertig und absenden. Eigentlich. Denn zunächst geht ein rotes Feld auf, das falsch ausgefüllte Felder im Formular anzeigt. Zeitgleich schaltet die Online-Anmeldung auf Tschechisch um. Sollte das passieren, dann noch einmal von vorn beginnen.

Im Praxistest wurde eine falsche Telefonnummer angezeigt. Ein neuer Versuch - wieder gescheitert. Liegt es an der Handynummer? Dann die Festnetznummer. Auch die soll falsch sein. Inzwischen ist fast eine Stunde vergangen für das Formular. Nächster Versuch, dieses Mal mit der Landesvorwahl von Deutschland nach Tschechien 0042, funktioniert auch mit der Vorwahl von Tschechien nach Deutschland 0049, egal ob Handy- oder Festnetznummer. So nun noch den Rest ausfüllen. Und auf Senden drücken. Geschafft. Binnen zwei Minuten bekommt man die Bestätigung für die Online-Einreiseanmeldung per Mail zugeschickt. Entweder ausdrucken oder den QR-Code scannen. Sicherer ist es aber, auch das Papier mitzunehmen.

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Außerdem ist bei einer Einreise über 24 Stunden hinaus zu beachten: Neben der Einreiseanmeldung ist ein gültiger negativer Test nötig der nicht älter als 48 Stunden (Antigen-Test) oder 72 Stunden (PCR) sein darf. Wer seit 14 Tagen vollständig geimpft oder eine Covid-Erkrankung hinter sich hat, muss sich nur anmelden.

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