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Tschechien will mehr Polizei an ungarisch-serbische Grenze entsenden

Zum Schutz der Grenze und um die Migration nach West- und Mitteleuropa zu verringern will Tschechien weitere Beamte an die ungarische Grenze zu Serbien entsenden. Die sei von großer Bedeutung, so der Premierminister.

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An der ungarisch-serbischen Grenze soll weiterhin intensiv kontrolliert werden. Dazu schickt auch Tschechien weitere Beamten an die EU-Außengrenze.
An der ungarisch-serbischen Grenze soll weiterhin intensiv kontrolliert werden. Dazu schickt auch Tschechien weitere Beamten an die EU-Außengrenze. © Archiv/ČTK/dpa (Symbolfoto)

Prag. Tschechien will im nächsten Jahr zusätzliche Polizisten an die ungarische Grenze zu Serbien zu entsenden. Damit wolle man einen Beitrag zum Kampf gegen Schleuserbanden leisten, sagte Ministerpräsident Petr Fiala am Donnerstag in Prag. Der Schutz dieser Grenze sei von großer Bedeutung, um die Migration nach West- und Mitteleuropa zu verringern. Der Umfang des tschechischen Polizeikontingents könnte von 40 auf 80 Beamte verdoppelt werden.

Tschechien hatte Ende September ständige Grenzkontrollen zur Slowakei eingeführt, die wiederum an Ungarn grenzt. Sie wurden zuletzt bis Mitte Dezember verlängert. Begründet wurde dies mit einem Anstieg der Migranten auf der sogenannten Balkanroute.

Derweil räumte Fiala Meinungsverschiedenheiten mit Ungarn in anderen Fragen wie der Beurteilung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein. Vor einem Treffen der Visegrád-Gruppe im slowakischen Košice sagte der liberalkonservative Politiker: "Dieses Format durchlebt nicht gerade die besten Zeiten." Die informelle Visegrád-Gruppe (V4) umfasst neben Tschechien und Ungarn auch die Slowakei und Polen.

Fiala erwähnte auch einen Schal mit einer historischen Karte Groß-Ungarns, den Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán jüngst bei einem Fußballspiel getragen hatte. Dies sorge in Ländern wie der Slowakei, die einst in Teilen zu Ungarn gehörten, für Kritik.