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Große Hilfe für Liberecer Zoo

Die tschechischen Tierparks sind über 200 Tagen geschlossen. Ihre Reserven sind aufgebraucht, die Verluste steigen täglich an. Auch in Liberec.

Futterspenden stapeln sich in der Eingangshalle des Liberecer Zoos.
Futterspenden stapeln sich in der Eingangshalle des Liberecer Zoos. © Petra Laurin

Die Eintrittshalle des Liberecer (Reichenberger) Tiergartens ist voll. Täglich bringen Menschen Obst, Futter und aber auch andere praktische Dinge, die dem Zoo helfen sollen, die schweren und langen Corona-Zeiten zu überwinden. Der Liberecer Zoo hat wegen der Corona-Maßnahmen bisher rund 17 Millionen Kronen - etwa 680.000 Euro - an Einnahmen eingebüßt. Nach einem Appell an Ministerpräsident Andrej Babiš hatte er sich auch mit der Bitte um Hilfe an die Öffentlichkeit gewandt. Und die Menschen reagierten sofort. "Wir schätzen die starke Welle der Solidarität sehr“, sagte Zoo-Direktor David Nejedlo. "Aber die Lage bleibt wirklich ernst." Ohne die Hilfe hätte er eigenen Angaben zufolge schon Mitarbeiter abbauen und Tiere weggeben müssen.

Das Futter für einen Elefanten kostet pro Jahr etwa 140.000 Kronen (5.600 Euro), für einen Seelöwen noch 500 Euro mehr. Die Familie Vaistauer aus Jablonec nad Nisou (Gablonz a. N.), die mit ihren vier Kindern den Zoo gerne besucht, hat zum Beispiel 15 Kilogramm Karotten gespendet. Andere überweisen Geld, kaufen Geistertickets oder Souvenirs im Online-Shop. Auch Dauerkarten, die nun bis Mai 2022 gelten, werden verkauft. „Täglich erledigen wir Dutzende Internetbestellungen“, sagte Zoo-Sprecherin Barbara Tesařová. Außerdem bedenken Spender und Sponsoren den Tierpark. Allein in diesem Jahr kamen schon über 1,6 Million Kronen - rund 64.000 Euro - zusammen. „Wir haben 387 neue Unterstützer gewonnen“, ergänzte Nejedlo.

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Gebraucht werden nicht nur Lebensmittel, auch Zweige, Weiden oder Körbe aller Größen. Feuerwehrschläuche oder Plastikfässer taugen als Spielzeug für die Tiere. "Um Spiel- und Lernelemente herstellen zu können, freuen wir uns auch über Basketbälle, Kletterseile und Schnallen“, sagte Petra Bolechová, die für die Tierernährung im Zoo verantwortlich ist.

Der Zoo in Liberec ist der älteste in Tschechien und gleichzeitig einer der meistbesuchten Touristenziele in der Region Liberec. Jährlich sehen sich 400.000 Menschen die Tiere an. 2020 war der Zoo wegen der Corona-Maßnahmen 117 Tage geschlossen und zählte nur 275.659 Gäste. Damit verlor der Garten ein Viertel der üblichen Einnahmen, rund 13 Millionen Kronen.

In diesem Jahr war der Zoo noch nicht einen Tag geöffnet. Laut Nejedlo beträgt der diesjährige Rückgang der Einkommen weitere vier Millionen Kronen. „Jetzt im April beginnt für uns die Hauptsaison. Täglich verlieren wir Zehntausende von Kronen", fügte der Direktor hinzu. Die Stadt Liberec, als Gründer des Zoos, unterstützt den Betrieb etwa mit der Hälfte der Betriebskosten. In diesem Jahr werden es rund 50 Millionen Kronen sein. Auch die Stadt selbst muss aber mit geringeren Einnahmen zurechtzukommen, und kann nicht mehr zuschießen.

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