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Zoos und Schulen öffnen

In Tschechien bessert sich die Corona-Pandemielage. Erste Lockerungen treten in Kraft.

Nachwuchs bei den Maskenkiebitzen im Zoo von Ústí.
Nachwuchs bei den Maskenkiebitzen im Zoo von Ústí. © Zoo Usti

So viele neue Tiere, die die Besucher bisher nur von Bildern kennen. Das ändert sich gerade. Seit Montag haben die Zoos in Tschechien wieder geöffnet. Da die Infektionszahlen seit Wochen kontinuierlich sinken, hat sich die Regierung für eine vorsichtige Lockerung der Corona-Maßnahmen entschieden.

Es öffnen Geschäfte vor allem mit Bedarf für Kinder (Kleidung, Schreibwaren), die nächtliche Ausgangssperre ist passé und vor allem fällt die Einschränkung weg, den eigenen Landkreis nicht zu verlassen. In Innenräumen dürfen sich bis zu zehn Menschen treffen und im Freien sogar bis zu 20 Leute.

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Auch ein Teil der Schulen öffnet. Grundschulen halten den Präsenzunterricht seit Montag im Wechsel ab. Schüler müssen sich testen lassen und auch im Unterricht Masken tragen. Letzteres war schon vor der Schließung im Herbst Pflicht. Die Zoos öffnen allerdings erst einmal im eingeschränkten Betrieb. So dürfen nur die Außenanlagen besichtigt werden. Außerdem ist nur eine maximale Auslastung von 20 Prozent erlaubt. Reservierungen seien aber nicht nötig. „Das entspricht den Besucherzahlen, die wir auch sonst um diese Jahreszeit haben. Mit Warteschlangen ist nicht zu rechnen“, sagt Matěj Kynšt vom Bergzoo in Ústí nad Labem (Aussig). Da der Zoo so weitläufig ist, dürfen sich hier trotz Einschränkung 1.500 Menschen gleichzeitig aufhalten. Im Zoopark Chomutov (Komotau), dem größten Zoo Tschechiens, sind es sogar mehrere Tausend.

Viele Spenden für Zoos

Für die Zoos sind die Besucher nicht nur willkommene Abwechslung, sondern auch wichtige Einnahmequelle. Die gleichbleibend hohen Kosten werden zum Teil aber auch von Spenden beglichen. „Die Spendenbereitschaft ist deutlich gestiegen“, stellt Ústís Zoodirektor Dušan Usvald fest. Die Besucher bringen Nahrung und übernehmen die Adoption von Tieren. Dabei handelt es sich um eine regelmäßige Geldspende für konkrete Tiere. „Vor einem Jahr erhielten wir um diese Zeit aus Adoptionen 160.000 Kronen. Jetzt sind es fast 908.000 Kronen“, sagt Zoodirektor Usvald. Weitere 40.000 Kronen kamen innerhalb von zwei Wochen aus Spenden zusammen.

In den über vier Monaten, in denen die Zoos geschlossen waren, hat sich einiges getan. Es kam Nachwuchs zur Welt. So zum Beispiel bei den Maskenkiebitzen in Ústí. Außerdem freuen sich die Zoos über Neuankömmlinge aus anderen Zoos. Wer in Dresden zum Beispiel der Schneeleopardendame Tierra nachtrauert, muss, so die Grenzen wieder durchlässiger werden, nicht so weit fahren. Sie lebt seit März im Bergzoo von Ústí. Eine Zucht ist bislang aber nicht geplant, so dass Tierra mit dem männlichen Raubtier Cristi erst Ende April im Außengehege zusammentrifft, wenn die Paarungszeit abgeschlossen ist.

Einen interessanten Zuwachs kann auch der Zoopark in Chomutov verzeichnen. Hier bekam der Moschusochse Gesellschaft aus zwei Weibchen. Ikkuma und Freya stammen aus dem Zoo im niederländischen Kerkrade, wo es ihnen offenbar zu warm war. Ob es in Chomutov kalt genug ist, auch um mit dem Ochsen Saamik eine Familie zu gründen, muss aber noch abgewartet werden.

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