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Tschernobylverein hilft seit 25 Jahren

1993 startete von Seifhennersdorf aus eine Initiative, die bis heute zur Freude vieler Kinder im verstrahlten Gebiet anhält.

© Norbert Millauer

Als am 26. April 1986 im ukrainischen Tschernobyl der Block 4 des Atomreaktors außer Kontrolle geriet, ahnte niemand, dass dieser Supergau ganz Europa, aber vor allem die Menschen in der Umgebung des Reaktors, auf sehr lange Zeit in Atem hält. Ihr Leben wurde auf einem Schlag für immer verändert, schildert Hannelore Pfaff vom Tschernobylverein Seifhennersdorf. Die Folge war die weiträumige radioaktive Verstrahlung des ukrainisch–weißrussischen Grenzraumes. Das Ausmaß der Katastrophe erfuhr die Welt erst nach 1989 und auch dann nur scheibchenweise. Westliche Medien berichteten zwar schon 1986 über erhöhte Messwerte von Radioaktivität und warnten ihre Bürger vor dem Genuss von Obst und Gemüse aus Feld und Garten. Was aber mit den Menschen in der Nähe des Reaktors geschah, blieb verborgen.

„Nach der Wende 1989 veröffentlichten Wissenschaftler auch bei uns Fakten darüber. Sie riefen auf, den Menschen, vor allem den Kindern in der verstrahlten Region zu helfen“, so Frau Pfaff. Federführend war dabei der Physiker Professor Pflugbeil, der sich an die neu entstandenen Bürgerinitiativen, aber auch an die Kirchgemeinden in der noch bestehenden DDR wandte, vor allem Kinder für drei oder vier Wochen in saubere Gebiete einzuladen. Die Mitglieder der in Seifhennersdorf neu entstandenen Bürgerbewegung UBS entschlossen sich spontan: „Da machen wir mit.“

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So kamen im Sommer 1990 die ersten 20 Kinder mit zwei Betreuerinnen nach Seifhennersdorf und erlebten im Kindererholungszentrum schöne Ferientage, schildert Hannelore Pfaff. „Obwohl wir nicht wussten, wie und ob wir das notwendige Geld dafür aufbringen, gelang es mit der Hilfe der Seifhennersdorfer Bürger und ansässiger Betriebe, die zu der Zeit selbst viele Probleme hatten, das Projekt zu stemmen“, berichtet sie.

Seitdem erholen sich jährlich Kinder aus der verstrahlten Region in Weißrussland in Seifhennersdorf. Was am Anfang spontan gelang, wurde aufgrund bürokratischer Hürden in Weißrussland aber auch im inzwischen wiedervereinten Deutschland immer komplizierter. „Wir mussten unsere Arbeit auf rechtlich ordentliche Füße stellen“, sagt sie.

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Nach einem Brand hat ein Elfjähriger nicht mal mehr ein Zuhause. Die Mitglieder der Initiative Kinder von Tschernobyl Seifhennersdorf bitten um Hilfe.

So gründete sich im Januar 1993 der Verein Initiative Kinder von Tschernobyl Seifhennersdorf. Neben der jährlichen Kinderaktion beteiligt sich der Verein bis heute jedes Jahr an Hilfstransporten, die gemeinsam mit anderen sächsischen Tschernobylvereinen durchgeführt werden. „Unsere Hilfslieferungen gehen hauptsächlich in das kleine Dorf Schirokoje im Kreis Buda Koschelowo“, sagt Frau Pfaff. Aus diesem Dorf kommen seit einigen Jahren Kinder nach Seifhennersdorf. 2018 werden es im Juli zwölf Kinder und zwei Betreuer sein. Um den Kontakt mit den Partnern vor Ort zu vertiefen und die Lebensumstände der Menschen zu kennen, besuchen Vereinsmitglieder jedes zweite Jahr Gastkinder- und hilfsbedürftige Familien in Gomel, Schirokoje und Umgebung und überzeugen sich, welche Hilfe wo gebraucht wird.