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TU Dresden fahndet nach Ex-Nazis auf Ehrendoktoren-Liste

Laut einem MDR-Bericht führen mitteldeutsche Hochschulen knapp vierzig NS-belastete Personen als Ehrendoktoren. Nun wollen die Einrichtungen die betreffenden Personen überprüfen.

Dresden. Die Technische Universität Dresden (TUD) sucht in ihrer Liste der Ehrendoktoren nach ehemaligen Nazis. Derzeit werde geprüft, welche Personen die Würde nach heutiger Rechtslage und Bewertung nicht erhalten würden und wie man im Zweifel damit umgehe, teilte eine Sprecherin am Montag angesichts von Recherchen des MDR auf Anfrage mit.

Es gehe dabei um den Grad der Einbindung in Diktaturen oder die rechtskräftige Verurteilung wegen eines Verbrechens. Der MDR hatte über 17 entsprechende Fälle berichtet. Die TU-Sprecherin verwies darauf, dass die Überprüfung „etwas Zeit in Anspruch nehmen wird“.

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Auch die TU Chemnitz geht den Hinweisen nach. „Sobald die Ergebnisse der Prüfung vorliegen, werden wir weiter verfahren“, teilte ein Sprecher mit. In Einzelfällen wird ebenso an der Universität Leipzig geprüft, „wenn wir davon erfahren“, sagte ein Sprecher. Es stehe außer Frage, dass „in der NS-Zeit auch einige fragwürdige Personen“ eine Ehrenpromotion erhalten haben.

Deren Zahl und Namen seien schwer zu ermitteln, da viele Unterlagen verbrannt oder anderweitig vernichtet wurden. Aus juristischer Sicht spreche einiges dafür, dass sich eine Ehrenpromotion mit dem Tod erledigt, sagte der Sprecher unter Verweis auf die Uni München.

Laut MDR werden insgesamt 38 belastete Personen an Universitäten in Mitteldeutschland weiterhin als Ehrendoktoren geführt. (dpa)