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Tuberkulosefälle auf Rekordniveau

49 Dresdner sind 2017 an offener Tuberkulose erkrankt. Die Untersuchungen an der Hoga-Schule laufen weiter.

© Sven Ellger

Von Juliane Richter

Der Tuberkulose-Ausbruch an der Leubener Hoga-Schule hat die Jahreszahlen für die Infektionskrankheit deutlich beeinflusst. Mit den fünf Fällen hat das Gesundheitsamt 2017 bisher 49 Tuberkulose-Erkrankte in Dresden registriert. Seit 2008 schwankte die Zahl zwischen 20 und 41 Fällen pro Jahr. Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) ruft dennoch zur Besonnenheit auf: „Tuberkulose war nie ausgestorben. Sie war nur aus dem Bewusstsein der Dresdner verschwunden.“

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Seitdem der erste Fall an der Hoga-Schule bekannt geworden ist, sehen sich die Stadt und das Gesundheitsamt mit viel Verunsicherung konfrontiert. Angst spüren auch jene 50 Betroffenen an der Schule, bei denen eine TBC-Infektion festgestellt wurde, welche aber nicht ausgebrochen und somit auch nicht ansteckend ist. Laut Robert Heilscher vom Gesundheitsamt wurde einigen Kindern schon die Teilnahme an Geburtstagsfeiern oder dem Sporttraining untersagt. „Andere haben Angst, dass es für sie negative Auswirkungen haben kann, wenn sie sich bewerben“, sagt er. Bürgermeisterin Kaufmann stellt aber noch einmal klar, dass alle Schüler und Lehrer der Schule und die restlichen Dresdner entspannt und sorglos in die Weihnachtsferien starten können. „Sowohl die Infizierten als auch die Erkrankten sind in Behandlung. Es besteht keine Gefahr“, sagt sie.

Insgesamt 935 Schüler und Lehrer hatte das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen mittels einer Blutprobe auf Tuberkulose getestet. Weniger als zehn Personen waren zu den Terminen verhindert und wurden nun für kommende Woche eingeladen. Zudem laufen noch die Umgebungsuntersuchungen im privaten Bereich. Diese sollen bis Mitte Januar andauern. Das Gesundheitsamt zählt diesen Personenkreis nicht mehr – rechnet aber erneut mit einer dreistelligen Anzahl zu testender Menschen. Und auch damit, dass weitere Infizierte entdeckt werden. „Das ist jedoch ein zu erwartendes Infektionsgeschehen“, sagt Gesundheitsamtschef Jens Heimann.

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Klar ist auch jetzt schon, dass alle Personen, die beim ersten Mal negativ getestet wurden, sich einer zweiten Untersuchung unterziehen müssen. Das hängt mit der mehrwöchigen Inkubationszeit der Tuberkulose zusammen. Derzeit spricht das Gesundheitsamt mit der Hoga-Schule über die Organisation. Demnach bevorzugt das Amt die Idee, erneut in den dortigen Räumen die Lehrer und Schüler zu testen.