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Türen, Treppen, Termine

Der Rathausbau in Nossen geht in die spannende Endphase. Die neuen Möglichkeiten nutzen allen.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Nossen. Vom Büro im Erdgeschoss zum Keller des Altbaus, von hier in den ersten Stock des im Bau befindlichen Verwaltungsneubaus, von dort wieder zurück ins zweite Obergeschoss des Altbaus. Gleich an mehreren Stellen ist Carmen Israel aus dem Nossener Hoch- und Tiefbauamt dieser Tage auf der Baustelle Rathaus gefragt. „Wir sollen heute die Türen einbauen, hat unser Chef gesagt“, wird Israel im Treppenhaus des Neubaus von einem Bauarbeiter angesprochen. Doch an diesem Dienstagvormittag werden vor dem Rathaus an der Freiberger Straße gerade die Schiebe- und Regalanlagen für die neuen Archivräume angeliefert. Das dauert noch einige Stunden, sagt der zuständige Mitarbeiter.

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Bevor die Männer die modernen Schieberegale aber nicht in den Keller des mehr als drei Millionen Euro teuren Anbaus für das Hauptamt der Stadt getragen haben, müssen die Türen warten. Heute sind die Handwerker also wohl umsonst gekommen. Abstimmungsprobleme. „Das kommt vor in dem Trubel“, sagt Israel ruhig und vereinbart einen neuen Termin. Mehrfach fragt sie nach, weist an, koordiniert.

Das anthrazitfarbene Treppengeländer wird in den nächsten Wochen noch mit Glasscheiben und einem Holzhandlauf versehen. Es führt nach unten ins künftige Archiv. Zwei große Räume stehen dafür zur Verfügung, zudem ein Arbeitsplatz für den Archivar, Lüftungsräume und der Technikraum. Darin wird der neue Server für die Verwaltungsmitarbeiter stehen, Mitte bis Ende des Monats in Betrieb genommen. „Stadtarchiv, historisches Archiv und Teile des Bau- und Standesamtsarchivs sollen hier ihren Platz finden“, sagt Israel. Eine Etage weiter oben erhellen in der Decke eingefasste LED-Lampen den Raum. Sie werden im gesamten Neubau eingesetzt.

Eine LED-Anzeige im Treppenhaus wird den Besuchern bald den Weg zu den einzelnen Ansprechpartnern weisen. Vom Gang im Erdgeschoss zweigen mehrere Räume ab. Das Bürgerbüro mir drei Arbeitsplätzen, das Büro des Ordnungsamtes, des Standesamtes, ein Beratungsraum, Besucher-Toilette und eine kleine Küchenzeile befinden sich hier.

Auf dem Weg in das erste Obergeschoss ist die neue Rettungstreppe aus Eichenholz zu erkennen, die vom Ratssaal nach unten führt. Brandschutztechnisch ist viel passiert im Nossener Rathaus. Fluchtwege wurden vereinfacht, Brandschutztüren eingebaut. Auffällig sind die hellen Holzelemente an Türrahmen und tragenden Säulen des Neubaus, im Gegensatz zu den dunklen Elementen des Altbaus. „Der Unterschied sollte bewusst gestalterisch hervorgehoben werden“, sagt Carmen Israel. Büroräume, Toiletten und vor allem ein Speisesaal bestimmen das Obergeschoss des Neubaus. Endlich werden die Mitarbeiter – wenn gewünscht – hier zusammen Mittagessen können. „Bisher ging das nur im Ratssaal“, so Israel. Bei der Farbgebung der Wände und Fußbodenbeläge hatten die Mitarbeiter ein Wörtchen mitzureden. Im Mansardegeschoss ist der Teppich zum Beispiel dunkel, die Wände in Mandarintönen gestrichen. Im gesamten Haus ist eine Fußbodenheizung eingebaut worden.

„Die Bodenbeläge sind sehr pflegeleicht, müssen nur alle paar Wochen gereinigt werden“, sagt die Bauexpertin. Ein Reinigungsservice werde das übernehmen. Spätestens Anfang Mai soll der Rathausanbau dann zur Nutzung übergeben werden.