merken

Deutschland & Welt

Türkische Denkfabrik kritisiert Journalisten

Eine regierungsnahe Stiftung wirft der internationalen Presse vor, "regierungsfeindlich" zu berichten. Auch deutsche Medien stehen im Fokus.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte jüngst internationale Medien mehrfach für "negative" Berichterstattung, unter anderem über die schlechte wirtschaftliche Lage, kritisiert. © Uncredited/Pool Presidential Press Service/AP/dpa

Istanbul. Türkische Medienorganisationen haben die große regierungsnahe Denkfabrik Seta für einen Bericht über die Arbeit internationaler Medien in der Türkei angezeigt. Die Autoren der 202 Seiten langen Studie werfen deutschen, türkischen und internationalen Journalisten vor, "regierungsfeindlich" und einseitig zu berichten. Sie nennen Journalisten dabei namentlich, analysieren ihren Werdegang und zeigen unter anderem Screenshots von Tweets.

Der Bericht mache Medien zur Zielscheibe und stelle journalistische Arbeit als kriminelle Handlungen dar, argumentieren Vertreter der Journalistengewerkschaft TGS und der Organisation MLSA, deren Ko-Direktor der Medienanwalt Veysel Ok ist. Ok vertritt auch den "Welt"-Reporter Deniz Yücel in seinem Prozess wegen Terrorvorwürfen in der Türkei. Die Anzeige lautet unter anderem auf Volksverhetzung.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

In der Studie des Think Tanks nehmen die Autoren vor allem die türkischsprachige Berichterstattung von sieben Medienhäusern unter die Lupe, darunter die der Deutschen Welle (DW). Der Bericht liest sich teilweise wie eine Anklageschrift.

Mehrere nationale und internationale Medienorganisationen, aber auch Oppositionspolitiker hatten sich am Sonntag und Montag empört über den Bericht geäußert. Der Sprecher der Deutschen Welle sagte, die Studie sei ein "Versuch, unsere Journalisten zu verunglimpfen".

Die Denkfabrik, die auch in Berlin ein Büro hat, verteidigte sich per Stellungnahme auf der Webseite. "Es ist keine Arbeit, die sich speziell auf oppositionelle Journalisten konzentriert", heißt es da. Es sei legitim, dass Journalisten eine politische Position hätten - auch, dass diese festgestellt würde. Der Vorwurf, dass der Bericht Journalisten an den Pranger stelle, sei fern der Realität.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte jüngst internationale Medien mehrfach für "negative" Berichterstattung, unter anderem über die schlechte wirtschaftliche Lage, kritisiert. Türkische Medien sind seit dem Putschversuch von 2016 zum großen Teil unter Regierungskontrolle. (dpa)