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Tunnelbauer ziehen Rohr unter die Elbe

Neben der Autobahnbrücke wird eine neue Abwassertrasse zum Klärwerk Kaditz gebaut.

Das Klärwerk Kaditz wird immer mehr zum Dienstleister für umliegende Orte. So wird ab Jahresende das Abwasser vom Wilsdruffer Zweckverband Wilde Sau direkt dorthin fließen. Damit dies möglich wird, muss die insgesamt zwölf Kilometer lange Leitung auch unter der Elbe verlegt werden. Die dabei wichtigste Aktion ist an diesem Donnerstag. Das teilt Henry Stuke mit, der die ostdeutsche Niederlassung der Spezialfirma Beermann Bohrtechnik leitet. Es wird eine 500 Meter lange Kunststoffleitung vom Klärwerk unter der Elbe bis nach Kemnitz gezogen.

Allerdings war dafür enorme Vorarbeit nötig. Anfang März hatte die Bohrung begonnen. Die funktioniert nach dem Bohrspül-Verfahren, erklärt der 54-jährige Stuke. Vorn am Bohrgestänge befindet sich ein Kopf aus Hartmetall, der von der Bohranlage mit einem Druck von 30 Tonnen durch den Untergrund getrieben wird. Parallel dazu pressen Pumpen eine spezielle Emulsion durchs Innere des Gestänges. So schießen 1 000 Liter je Minute aus Düsen ins frisch ausgebohrte Loch und sichern, dass es nicht gleich wieder einsackt. Dabei geht es zentimetergenau vorwärts. Dafür sorgt das Ortungssystem eines Kreiselkompasses am Bohrkopf.

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In einem ersten Schritt war ein 35 Zentimeter starkes Loch unter der Elbe gebohrt worden. Dann kam ein fast doppelt so großer Bohrer zum Einsatz, der den künftigen Abwassertunnel aufgeweitet hat. Die Kunststoffleitung liegt nun bereits am Klärwerk bereit. Sie wird am Donnerstag ans Bohrgestänge gehängt und in das Loch in Richtung Kemnitz gezogen, erklärt Stuke den entscheidenden Schritt. Dann werden die Anschluss-Arbeiten fortgesetzt. Bis Juni soll alles fertig sein.

Parallel dazu wird die Leitung nach Wilsdruff gebaut. Der Zweckverband investiert rund zehn Millionen Euro, davon etwa 1,4 Millionen Euro für den Tunnel. (SZ/phi)