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Turbulente Tage im November

Zum Museumsgeburtstag wurde an den Großenhainer Beitrag zur Revolution vor 100 Jahren erinnert.

© Krüger-Mlaouhia

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

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Großenhain. Allgemein bekannt ist, dass der letzte sächsische König Friedrich August III. im November 1918 aus Dresden über Moritzburg, Schönfeld und Linz nach Guteborn fliehen musste. Bekannt ist auch, dass in Großenhain auf dem Flugplatz die Fliegerersatzabteilung den Funkspruch der Kieler Matrosen hörte und sich hier der erste sächsische Arbeiter- und Soldatenrat bildete. Der besetzte zeitweilig das Rathaus. Unter anderem im Stadt- und Landkalender 2008 wurde von Heinrich Stöcker ein ausführlicher Beitrag dazu veröffentlicht.

„Aber wer ist der eher adlig aussehende Mann auf dem Foto dieses Soldatenrates?“, fragte Dr. Matthias Donath am Freitagabend in seinem Festvortrag zur Abdankung des letzten Sachsenkönigs. Man könne diese wichtigen Ereignisse vor 100 Jahren noch tiefer erforschen, legte er den Großenhainer Heimatfreunden nahe. Mit einem interessanten Bilderpotpourri zeigte Donath, wie sich die Revolution und das Kriegsende entwickelten und welche Ereignisse sich um den König und seinen Machtverzicht abspielten.

Auch das nun 111-jährige Museum leistet einen kleinen Beitrag zu aktiver Erinnerungskultur zu jenen turbulenten Tagen 1918. Eine Vitrine im Foyer ist dem aus Leipzig stammenden Jagdflieger Franz Büchner gewidmet, dessen Gedenkstein von 1939 bis 1945 an der Promenade vor der heutigen Berufsschule stand. Es läuft auch ein Video aus dem Leipziger Stadtgeschichtlichen Museum, wo ein Darsteller als Büchner von seinen Erlebnissen erzählt.