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Meißen

Turmbau zu Babel vor großer Kulisse

Kurrendesänger aus Meißen und Dresden proben für ein Musical, das auch bei den Burgfestspielen aufgeführt werden soll.

Einsingen zum Locker werden mit Claudia Forberger.
Einsingen zum Locker werden mit Claudia Forberger. © KK

Von Kathrin König

Meißen. Jungen und Mädchen kommen nacheinander in den Innenhof der Dompropstei, manche haben Fußballsachen an, andere tragen ein paar Gänseblümchenkränze in den Händen. Sie laufen auf die große Holztür zu, an der ein Zettel hängt: „Chorprobe Kurrende“. 

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Die Mittagspause mit Fußball und Spaß in der Frühlingssonne ist zu Ende, nach einer Stärkung mit selbst gebackenem Kuchen einiger Mütter und Obst im Keller der Dompropstei soll der zweite Teil der Kurrendefreizeit beginnen. So geschehen vor einiger Zeit, als sich 50 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren in Meißen zur gemeinsamen Probe und Wochenendfreizeit getroffen haben.

Die Kinder, allesamt Kurrendesänger aus Meißen und der Kirchgemeinde Dresden Leubnitz-Neuostra probten für ein Musical. Das soll Ende Mai im Gottesdienst in Leubnitz-Neuostra und am 23. Juni auf der großen Bühne zu den Neuen Burgfestspielen aufgeführt werden. Das Stück lautet „Babel Blamabel“ und handelt vom Turmbau zu Babel.

 Die Kinder werden kostümiert vor großer Kulisse auftreten, aus Pappkartons einen Turm bauen und probieren noch aus, ob sie ein- oder mehrstimmig singen werden, erklärt Musikerin und Gesangspädagogin Claudia Forberger. Die 46-Jährige leitet seit Jahresanfang die Dom-Kurrende zur Überbrückung, bis ein Nachfolger für den verstorbenen Domkantor Jörg Bräunig gefunden ist. 

„Das Musical ist der musikalische Höhepunkt in diesem Jahr. Wir singen aber auch in normalen Gottesdiensten“, so Forberger. Sie freut sich, dass so viele Kinder in der Domkurrende ein Instrument spielen und Noten lesen können. 

„Das ist das Tolle, dass hier so viele Kinder auf musikalisch gutem Niveau singen und so viele Begabungen zusammenkommen.“ Immer mittwochs treffen sich die Kinder zum gemeinsamen Proben. „So können wir über lange Zeit etwas erarbeiten und sind nicht nur an einem Projekt dran, das nach der Aufführung endet.“

Wie viele andere Gemeinden, die eine Vorkurrende haben, in der die Vier- bis Sechsjährigen spielerisch auf die Kirchenmusik vorbereitet werden, hat auch das Hochstift Meißen eine solche. Bei den Domspatzen singen Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren – aktuell pausiert die Gruppe allerdings.