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Turnhalle mit Dachschaden

Es regnet rein in die einzige Sporthalle in Dürrröhrsdorf. Die Gemeinde will das Dach flicken, doch das Leck ist nicht zu finden.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. In Dürrröhrsdorf-Dittersbach macht ein Scherz die Runde: Die Turnhalle des Ortes solle zur Schwimmhalle umfunktioniert werden. Nur lachen kann darüber wohl keiner. Es tropft durch das Dach des altersschwachen Gebäudes – und das seit Jahren. Im Eingangsbereich, im Technikraum, in den Geräteräumen und sogar in den Umkleiden sind regelmäßig Wassereinbrüche zu verzeichnen. Zuletzt hat sich die Lage so zugespitzt, dass sich die Turner der SV Wesenitztal genötigt sahen, eine Stellungnahme im Mitteilungsblatt der Gemeinde zu veröffentlichen. Bei starkem Regen würden die daruntergestellten Eimer innerhalb einer Stunde volllaufen, heißt es darin. Das Problem sei seit mehr als zehn Jahren bekannt, wurde bisher aber immer nur provisorisch angegangen.

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Hinzu kommen die Temperaturen. In der Halle sei es mit 15 Grad Celsius deutlich zu kalt. In modernen Hallen liege der Standard bei mindestens 20 Grad. Gerade die Turner sind bei ihrem Training nicht permanent in voller Bewegung und kühlen deshalb schnell aus. Bestimmte Disziplinen werden barfuß geturnt. „Trotz guter und extra verlängerter Erwärmung ist deshalb in letzter Zeit die Zahl der Verletzungen deutlich gestiegen“, schreiben die Verantwortlichen der Turnabteilung des SV Wesenitztal. Betroffen sind besonders die Kinder, welche die Halle als erste nutzen.

Der SV Wesenitztal fordert seit Langem bessere Bedingungen für seine Sportler. Die rund 300 Mitglieder starke Turnabteilung des Vereins gehört zu den besten im Freistaat Sachsen. Die Frauenmannschaft erkämpfte sich 2017 den Sachsenmeister-Titel. Trotz des Erfolgs musste der Verein schon Interessenten ablehnen, da die Turnhalle nicht nur marode, sondern auch zu klein ist. Die Forderung nach einem Neubau scheiterte bisher am fehlenden Geld. Der Verein bemängelt aber, dass es nicht mal eine Planung gebe. „Verantwortlichkeiten und Entscheidungen werden weitergeschoben, und es scheint kein Interesse zu bestehen, dass sich etwas ändert.“

Die Gemeinde weist das zurück. „Gemeindeverwaltung und Gemeinderat sind nicht der Meinung, dass der aktuelle Zustand der Halle ausreichend ist“, erklären Bürgermeister Jens-Ole Timmermann (Unabhängige Bürger) und Hauptamtsleiter Norbert Bläsner in einer Antwort an den Verein. Dürrröhrsdorf-Dittersbach hat ein Sportstättenkonzept erstellt. Mit dem aktuell laufenden Neubau des Schulsportplatzes sei ein erster Schritt getan. Doch die teils 40 Jahre alten Anlagen der Turnhalle bleiben ein Problem. Noch in diesem Jahr will die Gemeinde deshalb 50 000 Euro in die Modernisierung stecken. Sanitärbereich, Heizung und Dach sollen damit instandgesetzt werden. Die Lüftungsanlage wurde bereits im Februar repariert, wodurch die Wärmeleistung wieder stimme. Sorgen bereitet das Dach – die Ursache für die Wassereinbrüche wurde trotz diverser Begutachtungen bisher nicht gefunden.

Des Weiteren hat die Gemeinde 10 000 Euro für eine Studie zu einem Hallenneubau eingeplant. Eine neue Zwei-Feld-Halle koste etwa fünf Millionen Euro, rechnet das Rathaus vor. Bei einem Fördersatz von 40 Prozent würde der Eigenanteil bei etwa drei Millionen liegen. Das ist für Dürrröhrsdorf-Dittersbach nur mit einer außerordentlichen Förderung machbar.