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Die erste Herausforderung

Bei der Bürgermeisterwahl in Frankenthal erhielt Janine Bansner das Vertrauen. Die Gemeinde soll eigenständig bleiben, sagt sie

© Steffen Unger

Frankenthal. Die Arbeit wird mehr. Janine Bansner ist deswegen nicht bange. „Ich bin beruflich selbstständig, kann mir meine Zeit frei einteilen“, sagt die Rechtsanwältin. Gebunden sei sie nur an Termine bei Gericht oder Mandantengespräche. Schreibarbeit könne sie auch auf den Abend schieben. Wenn die Hausarbeit erledigt ist und ihre beiden Kinder, elf und sechs Jahre alt, im Bett sind. Und wenn die Tagespflichten in ihrem neuen Amt erfüllt sind. Am 1. November wird Janine Bansner Bürgermeisterin in Frankenthal. So wie ihre Vorgängerin Kerstin Otto wird sie dieses Amt ehrenamtlich führen und dafür auf einen guten Teil ihrer Freizeit verzichten. „Meine Familie unterstützt mich, obwohl ihr bewusst ist, dass sie so manchen Nachmittag und Abend mehr auf mich verzichten muss“, sagt Janine Bansner.

Die 41-Jährige wusste, worauf sie sich einlässt, als sie sich als Parteilose für die CDU für die Bürgermeisterwahl aufstellen ließ. Seit der jüngsten Gemeinderatswahl 2014 ist sie ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin. Dem Rat gehört sie bereits seit 2004 an. Janine Bansner lebte damals gerade zwei Jahre in Frankenthal, als ihr die Dorfbewohner zum ersten Mal ihr Vertrauen schenkten und sie in den Gemeinderat wählten. Janine Bansner heiratete in Frankenthal ein – der junge Schmied hatte ihr Herz gewonnen.

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In Frankenthal sieht sie eine Perspektive. Auch, weil das kleine Dorf seinen knapp 1 000 Bewohnern eine Lebensqualität bietet, wie sie manch größerer Ort nicht mehr hat. Kindergarten, Grundschule, großer Sportplatz mit Turnhalle, öffentlicher Kinderspielplatz, mehrere Geschäfte und Dienstleister – alles das bietet Frankenthal.

In den vergangenen 16 Jahren, in denen Kerstin Otto die Gemeinde führte, entwickelte sich das Dorf sehr gut. „Ich möchte an diese erfolgreiche Arbeit anknüpfen“, sagt Janine Bansner. Und aus dem Blickwinkel der Gemeinderätin ergänzt sie: „Ich werde den Gemeinderat frühzeitig in die Vorbereitung von Entscheidungen einbeziehen. In der Vergangenheit war es mitunter so, dass manches in der Verwaltung vorberaten wurde, bevor es in den Gemeinderat kam.“

Die erste Herausforderung für die künftige Bürgermeisterin steht schon fest: die Sanierung der Turnhalle und der Einbau eines Prallschutzes. Bereits unter Kerstin Otto wurden dafür wichtige Weichen gestellt. In Verantwortung von Janine Bansner liegt es, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Wie ihre Vorgängerin setzt auch sie auf eine gute Kommunikation mit den Bürgern. Ob sie die Bürgersprechstunde am Dienstag oder Donnerstag hält, möchte sie noch entscheiden. Nur auf die Amtsstube wird der Kontakt kaum beschränkt bleiben: Man kennt sich in Frankenthal, sieht sich und kann vieles ohne großen Umweg klären.

Außer dem Gemeinderat als Partner seien ihr vor allem die Vereine wichtig, betont die designierte Bürgermeisterin. Janine Bansner ist angetreten, um die Eigenständigkeit Frankenthals zu erhalten. Für sie die Voraussetzung, dass die Frankenthaler weiterhin selbst über die Entwicklung ihres Dorfes entscheiden können. (SZ/ir)