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U-18-Wahlergebnis beschäftigt Schulen im Oberland

Der deutliche Sieg der Alternative für Deutschland und dessen Ursachen werden in den Einrichtungen besprochen.

© Matthias Weber

Die U18-Wahl ist eine symbolische Abstimmung unter Schülern, die wegen ihres Alters noch nicht wählen dürfen, gewesen. Diese Abstimmung hatte im Oberland die Alternative für Deutschland (AfD) mit Abstand vor der CDU gewonnen. Die SZ fragte Leiter von Schulen, die sich an der Abstimmung beteiligt hatten, wie sie künftig mit dem Wahlverhalten der Schüler umgehen.

Ute Wunderlich, Geschäftsführerin und Leiterin der Schkola, verweist darauf, dass „wir in der Oberlausitz schon immer in einer konservativ geprägten Region leben.“ Der Frust der Erwachsenen komme auch bei den Kindern an. Der sei bei der U18-Wahl im Ergebnis zum Ausdruck gebracht worden, sagt Frau Wunderlich. „Wenn man sich um ein offenes, sachliches, transparentes Lehrer-Schüler-Verhältnis bemüht, den Schülern immer wieder die Chance gibt, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu begründen anregt, kann Schule dazu beitragen, Grundeinstellungen zu wecken“, so Ute Wunderlich. „Die Schkola ist an diesem Auftrag ganz nah dran. Nicht nur vor Wahlen, sondern regelmäßig mit sehr engagierten Lehrern“, unterstreicht sie.

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Die Ergebnisse der U18-Wahl sind in der Schule thematisiert worden. Dabei waren die schulinternen Ergebnisse selbst gar nicht das Hauptthema. „Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit schienen unseren Schülern besonders unter den Nägeln zu brennen“, betont die Leiterin. Sie habe beobachtet, wie engagiert ein großer Teil der Mädchen und Jungen sich auf den Wahltag vorbereitet hatte. Auszüge aus den Wahlprogrammen wurden gewälzt. Manche Schüler haben die Fragen online so oft gelesen und für sie unbekannte Fachbegriffe recherchiert, bis sie die Frage komplett verstanden hatten, bevor sie ihre Antworten klickten.

Lernbegleiter und Lehrer wurden mit Fachfragen teilweise regelrecht zugeschüttet. Die Schüler haben untereinander teils heftig diskutiert, warum man welche Partei wählen sollte und welche nicht. Demokratie wurde durch die U18-Wahl für die Schüler erlebbar – und damit erfahrbar, sagt Frau Wunderlich und ist sehr erfreut, dass die Wähler von morgen sehr politisch sind und kritisch nachfragen. Die Schkola stehe für ein Europa und Begegnungen der Nachbarn. „Brücken bauen und nicht Mauern, diesen Standpunkt vertreten wir und leben ihn seit 1995“, unterstreicht Ute Wunderlich.

Norbert Worofka, Leiter der Andert-Oberschule in Ebersbach, sagt, dass die Wahlen weiter Thema im Fach Gemeinschaftskunde sind.

Schüler aus dem Förderschulzentrum Ebersbach haben sich mit den Jugendberatern des Internationalen Bundes, Karina Triquet und Jürgen Heider, auf die U18-Wahl vorbereitet. „Die Ergebnisse zeigen, dass sie sich sehr mit Umweltproblemen auseinandergesetzt haben“, sagt Wencke Falkenhayn, Leiterin des Förderschulzentrums, und sieht sich bestätigt, weiterhin an der Schule Umweltprojekte anzubieten. Politische Themen werden erneut mit Schülern besprochen. Die Schülerwahl ist sehr intensiv vorbereitet worden. Die Mädchen und Jungen sind so befähigt worden, sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen, um sich eine eigenen Meinung bilden zu können. Das sei wichtige Voraussetzung, um später verantwortungsbewusst zu wählen, sagt Frau Falkenhayn. (SZ/gla)